Clicker-Training – diese Basics solltest Du kennen

Mira gibt High Five

Immer wieder hört man von anderen Hundehaltern, liest man in Magazinen oder sieht sogar im Fernsehen Berichte über das Clicker-Training. Doch was ist Clicker-Training genau, wann setzt man es ein – und noch viel wichtiger: Wie funktioniert es? Wir clickern schon sehr lange und daher möchte ich Dich heute in die Welt des Clickerns mitnehmen.


Was ist Clicker-Training

Beim Clicker-Training kannst Du Deinen Hund für erwünschtes Verhalten bestätigen. Es handelt sich hierbei also um eine Methode, bei der Du positiv bestärkst mit Hilfe eines sogenannten Clickers.

Die Methode ist sehr schnell zu erlernen und basiert tatsächlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Inzwischen wird sie beim Training für viele Tierarten mit Erfolg eingesetzt.

Das Clickern kann sowohl in der Grunderziehung als auch beim Tricksen, beim Hundesport als auch in allen anderen Situationen eingesetzt werden. Auch Alternativen für ein Problemverhalten kann mit dem Clicker erarbeitet werden. Es wird auf jede körperliche Einwirkung und Korrektur verzichtet. Hierdurch ist es auch gerade für scheue, traumatisierte oder verhaltensgestörte Tiere eine wunderbare Möglichkeit, den Hund aus der Reserve zu locken.

Hund verbeugt sich
Mira führt den Trick „Diener“ – bei uns heisst er „Please“- aus. Diesen und viele weitere Tricks haben wir über das Clickern aufgebaut.

Wie funktioniert Clickern?

Wer nun einen Zauberspruch oder ein Allheilmittel erwartet liegt falsch. Natürlich kann man auch mit dem Clickern nicht von jetzt auf gleich eine Veränderung herbei führen. Auch hier ist das Zauberwort Geduld und Ruhe. Dein Hund ist beim Training kein Befehlsempfänger, sondern soll aktiv mit Dir in einem Team arbeiten.

Die Methode des Clickerns beruht darauf, dass auf das Verhalten Deines Hundes eine Konsequenz erfolgt. Belohnst Du Deinen Hund also für sein Verhalten, wird er es wieder zeigen.

Warum keine Korrektur

Nun könntest Du sagen: Wenn ich meinen Hund bestrafe, müsste es doch genauso funktionieren. Doch Vorsicht! Das ist nur bedingt richtig. Zum einen müsstest Du Deinen Hund sofort und umgehend korrigieren und zwar in jeder unerwünschten Situation! Mal abgesehen davon, dass das für eine gute Bindung eher nicht förderlich ist, hat es noch einige andere unerwünschte Nebenwirkungen:

Verknüpfungen

Dein Hund verknüpft unglaublich schnell. Wenn Du Deinen Hund also korrigierst, kann es sein, dass er diese Korrektur auch noch auf andere Einflüsse und Reize überträgt, die gerade in der Umgebung sind. Das können Geräusche sein, andere Menschen oder Tiere oder nur lapidar die nächste Laterne. Du kannst niemals sicher sein, dass die Korrektur auch so ankommt, wie Du gerne möchtest.

Alternativverhalten

Wenn Du Deinen Hund strafst, sagst Du ihm nur, dass etwas falsch ist. Dadurch lernt er aber nicht automatisch, was Du denn nun von ihm möchtest.

Ursache des Verhaltens

Das Verhalten Deines Hundes kann viele verschiedene Ursachen haben. Bei einer Korrektur oder Strafe (oder wie man es nennen möchte), würdest Du alle Gründe bestrafen, zum Beispiel auch Angst. Möchtest Du Deinen Hund wirklich für Angst bestrafen? Auch bei Stress ist ein Lernen quasi nicht möglich, Deine Korrektur würde vermutlich sowieso nicht dort ankommen, wo Du sie gerne hättest. Also überlege gut, ob Du eine Korrektur setzen möchtest oder lieber positiv bestärkst.

Die Belohnung

Die meisten Hunde werden beim Clickern das belohnte Verhalten wieder zeigen. Das ist etwas egoistisch, denn auf ein „Click“ folgt immer auch eine Belohnung. In den meisten Fällen ist dies ein schmackhaftes Leckerli, es kann aber durchaus auch ein Spiel sein. Dies ist davon abhängig, bei was der Hund motivierter reagiert. Wir selbst arbeiten beim Clickern fast ausschließlich mit unseren Lieblingsleckerlis (AniFit EasyBarf). Da Mira Spielen häufig zu sehr pusht und ich sie gerne konzentriert haben möchte, ist es für uns die bessere Wahl.

Das Timing

Das wichtigste am Clickertraining ist definitiv das Timing. Du musst also schnell sein, denn der Hund soll den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Click herstellen. Erwischt Du das falsche Timing, bestätigst Du eventuell ein Verhalten, was gar nicht gewünscht ist. Man spricht hier von einem Richtwert von zirka einer Sekunde. Schau mal auf Deine Uhr: Eine Sekunde ist wirklich kurz! Man kann Timing durchaus lernen und auch üben. Mach Dir doch einfach mal mit Deinem Partner oder einem Freund den Spaß daraus und clickert Euch gegenseitig. Zum einen lernt Ihr die Methode dadurch sehr schnell – zum anderen ist es aber sicherlich auch einige Lacher wert.

Der Clicker

Nun haben wir so viel über Clicker und Clickertraining gesprochen – jetzt möchte ich Euch selbstverständlich auch den Hauptdarsteller persönlich vorstellen: Den Clicker.

Der Clicker ist nichts anderes als ein Gerät, bei dem man einen Knopf oder eine Scheibe drückt, und es ein Clickgeräusch abgibt, oder besser gesagt ein ClickClack, denn man lässt den Knopf ja auch wieder los.

Es gibt den Clicker in unzähligen Ausführungen. Manche sind lauter, manche leiser. Die Wahl des richtigen Clickers ist Geschmackssache. Achte bei der Wahl darauf, dass Du einen zuverlässigen Clicker hast. Er sollte auch wirklich dann auslösen, wenn Du drauf klickst. 

 

Clicker liegt auf Boden
Wir nutzen ausschließlich diese Clicker. Sie liegen gut in der Hand und haben ein angenehmes Geräusch.

Alternativen zum Clicker

Neben dem Clicker kann man auch einige andere Geräuschquellen einsetzen, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte. Natürlich ist auch der Einsatz einer Hundepfeife möglich. Außerdem kannst Du Dir auch ein sogenanntes Markerwort überlegen, zum Beispiel sagst Du einfach selbst „Click“, schnalzt mit der Zunge oder ähnliches. Wir selbst haben uns für den Clicker entschieden, weil dieser immer gleich klingt, während ich beim Sprechen – bewusst oder unbewusst – Emotionen transportiere.

Es gibt aber auch einige Hunde, die Angst vor dem Clicken haben. Hier ist eine alternative Methode auf jeden Fall angebracht. Diese Methode soll Spaß machen und nicht von Angst vor dem Geräusch eingeleitet werden.


Aufbau Clicker-Training

Natürlich weiß Dein Hund anfangs nicht, was das Geräusch überhaupt bedeutet, er muss erst eine Verknüpfung herstellen. Deswegen konditionierst Du den Clicker. Das geht ganz einfach: Du clickst und gibst Deinem Hund direkt ein Leckerchen (Wir nutzen EasyBarf von AniFit). Dieses Vorgehen wiederholst Du, am besten mindestens 25-35 mal. Viele Hunde stellen nun schon einen direkten Zusammenhang her. Zur Festigung empfehle ich Dir, dieses noch zwei bis drei Tage zu wiederholen. Hierdurch lernt Dein Hund: Click = Belohnung und hat so für Deinen Hund eine bestärkende und positive Wirkung.

Im zweiten Schritt kann man sehr gut eine Herausforderung nehmen, die der Hund bereits kennt. Zum Beispiel ein Sitz – Click – Belohnung. Im Weiteren kannst Du nun auch gewünschtes Verhalten formen. Ob nun bei einem neuen Kunststück oder bei gutem Verhalten. Ein schönes Beispiel ist das sogenannte „Click für Blick“. Bei Hunden, die zu reaktiven oder leinenaggressivem Verhalten neigen, wird das Angucken des Herrchens oder Frauchens belohnt. Man baut hierdurch ein Alternativverhalten auf.


Vorteile Clicker-Training

Einige Vorteile habe ich Dir ja bereits im vergangenen Text beschrieben: Dein Hund wird zum Mitmachen aufgefordert, Ihr seid Teampartner. Du kommst zudem beim Training ohne Korrektur oder Bestrafung aus. Aber es gibt noch weitere Vorteile, die ich Dir gerne noch aufzeigen möchte:

  • Du kannst durch das Clickertraining auch schwierige Aufgaben mit Deinem Hund lösen. Hierbei gehst Du einfach Schritt für Schritt vor. Du clickerst bereits die kleinsten Ansätze, die Dein Hund für das erwünschte Verhalten zeigt. In Fachkreisen nennt man diese Vorgehensweise „Shaping“, also formen.
  • Beim Clickern stärkst Du auch die Konzentrationsfähigkeit Deines Hundes. Das Training von Tricks sollte natürlich an den Trainingsstand und das Alter angepasst werden. Er lernt, Probleme ruhig und motiviert zu lösen. Dieses kann Dir auch im Alltag zu Gute kommen, denn Du stärkst durch das Training auch die Frusttoleranz Deines Hundes.
  • Clickern ist Auslastung. Es ist Kopfarbeit – und so schlummern viele Hunde danach selig und zufrieden.
  • Man kann aus der Entfernung auch zielgerichtet bestätigen
  • Und natürlich am allerwichtigsten: Es macht Spaß! Ihr arbeitet gemeinsam und seht Lernerfolge. Und was ist besser, als gemeinsam mit Deinem Hund Spaß haben?

Mein Fazit zum Clicker-Training

Wir lieben das Clickertraining und setzen es wirklich regelmäßig ein. Vor allem beim Erlernen von Tricks bin ich begeistert von dieser Methode. Ich habe recht früh bei Mira damit angefangen, ungefähr einen Monat, nachdem Mira einzog und kann auf sehr viele Erfolge zurück schauen.

Hast Du Fragen zum Clickern? Oder selbst bereits Deine Erfahrungen mit dem Clickern? Dann schreib mir doch gerne. Ich freue mich über einen regen Austausch.

Clicker-Training: Hund hält Clicker im Maul
Mira freut sich immer, wenn ich den Clicker raus hole.

 

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4 Kommentare bei „Clicker-Training – diese Basics solltest Du kennen“

  1. […] ich Dir in meinem letzten Beitrag erklärt habe, wie Du das Clickertraining aufbaust und was Du dabei beachten solltest, stelle ich Dir heute ein paar einfachere Tricks vor, […]

  2. […] zu bleiben. Du kannst also am besten damit beginnen, in dem Du jede Annäherung an den Gegenstand clickerst: Zuerst der Blick, dann eine Berührung mit der Nase, dann die erste Pfote und irgendwann auch die […]

  3. […] eine positive Verknüpfung zum Bürsten und Kämmen zu geben. Hierfür kann man wunderbar das Clickertraining nutzen. Anfangs reicht bereits ein Blick in Richtung der verhassten Bürste und es wird geklickert. […]

  4. […] damit es immer interessant für mein kleines „Supermodel“ bleibt. Aber auch ein Clicker, Kotbeutel, Schlüssel und das Handy müssen irgendwo Platz finden. Im Winter kein Problem. Einen […]

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