Beschäftigung für Hunde aus Müll – ganz einfach gemacht

Beschäftigung für Hunde aus Müll

Heute möchte ich Dir wieder mal ein paar Kniffe zeigen, wie Du im Handumdrehen Beschäftigung für Hunde zaubern kannst ohne großartig Geld auszugeben. Denn vieles, was Du hierzu benötigst, hast Du bereits zu Hause – Du musst eben nur kreativ werden. Heute möchte ich Dir ein paar Ideen zeigen, die Du ganz einfach aus Müll zaubern kannst. Das ist schnell gemacht und wenn Dein Hund keinen Spaß mehr daran hat, kannst Du es endgültig entsorgen. Ich wünsche Dir viel Spaß mit meinen Ideen.

Beschäftigung für Hunde – darum ist Auslastung so sinnvoll

Natürlich lieben viele Hunde es, wenn Du mit ihnen spazieren gehst. Dort dürfen sie schnüffeln, rennen oder mit Dir neue Strecken und Abenteuer erleben. Doch nicht allen Hunden reicht das. Gerade Hunderassen wie der Australian Shepherd mögen es, wenn sie auch denken dürfen. Auch kommt es immer mal dazu, dass sich ein Hund nicht so viel bewegen darf – wie bei uns, als Mira mit einem Sehnenleiden „krank geschrieben war“.  Auch ältere Hunde mögen vielleicht nicht mehr so weit laufen, aber freuen sich über etwas Abwechslung im Alltag. Es ist so wie beim Menschen: Wer rastet, der rostet und das gilt auch für die grauen Zellen in den süßen Köpfen unserer Fellnasen.

 

Daher lasse ich mir regelmäßig neues einfallen: Ich binde Mira in den Haushalt mit ein, mache mit ihr Balancetraining oder denke mir Indoorbeschäftigungen aus. Bereits in meinem Beitrag über die Auslastung mit Klopapierrollen oder der Beschäftigung mit einer einfachen Decke habe ich Dir gezeigt, dass solche Aktivitäten nicht immer viel kosten müssen. Und auch heute möchte ich Dir ein paar Tipps geben, wie Du mit Dingen, die Du vermutlich normalerweise einfach weg schmeißen würdest, ein bisschen Input für Deinen Hund zaubern kannst.

Dauerbeschäftigung versus Ruhe

Ich habe oft das Gefühl, dass es zwei Seiten gibt: Die einen, die meinen, dass ihre Hunde eine Dauerbeschäftigung benötigen und die anderen, bei denen der Hund nichts anderes darf als Ruhe halten. Aus meiner Sicht liegt die Wahrheit in der Mitte. Bei einem reaktiven Hund solltest Du sicherlich immer etwas mehr darauf achten, dass er seine Ruhezeiten einhält. Aber er sollte auch die Möglichkeit bekommen, denken zu dürfen. So erreichst Du einen zufriedenen und ausgeglichenen Hund, der Freude an der Arbeit mit Dir hat.

Beschäftigung für Hunde – zwei Ideen aus Müll

Bevor ich Dir nun meine beiden Ideen vorstelle, möchte ich noch auf ein paar kleine Details hinweisen: Denke daran, es sollte Spaß machen. Deswegen gibt es auch kein „Nein“ in diesem Training. Dein Hund darf sich ausprobieren. Wenn Du möchtest, kannst Du natürlich auch den Clicker benutzen, um Deinen Hund zu bestätigen. Lege auch ein paar gute Leckerlis parat, damit Du ihn belohnen kannst.

Außerdem solltest Du Dir für Deinen Hund etwas Zeit und Ruhe nehmen und es nicht zwischen Tür und Angel machen. Achte auch auf Deine eigene Stimmung. Bist Du gestresst oder hektisch? Dann verschiebe es auf einen anderen Tag. Oft überträgt sich die eigene Laune auf die Hunde und sie werden dadurch unsicher. Damit ist Euch Beiden nicht geholfen.

Nun aber lange genug geschwafelt. Hier nun meine Ideen zum Thema Beschäftigung für Hunde:

Das Runde gehört in das Eckige

Hierfür benötigst Du einen Karton. Den Deckel trennst Du ab und schneidest daraus Kreise. Mache diese erstmal nicht zu klein, damit Dein Hund sie gut im Maul fassen kann. Den Rest des Kartons drehst Du um, sodass die Unterseite nach oben zeigt. Nun schneidest Du einen großen Schlitz hinein. Der Schlitz muss so breit sein, dass die Kreise, die Du aus dem Deckel geschnitten hast, hindurch passen. Mehr Vorbereitungszeit benötigst Du nicht und kannst nun loslegen.

Wie Du anhand des Titels vielleicht erahnen kannst, sollen die Kreise durch den Schlitz in den Karton gesteckt werden – so als wenn Dein Hund ein Sparschwein bespart.

Beschäftigung für Hunde
Das Runde gehört nun mal in das Eckige. Nimm einen Karton und schneide einen großen Schlitz rein. Aus weiterem Karton schneidest Du Kreise aus.

Bevor es dann eigentlich los geht

Als nächstes solltest Du etwas Vorarbeit leisten, denn Dein Hund muss zuerst verstehen, dass er die Kreise in den Schlitz stecken soll. Das funktioniert ähnlich wie bei meinem Beitrag über Kinderspielzeuge mit den Ringen. Dort lernte Dein Hund auch erst, den Stab mit der Nase zu berühren.

Beginne am besten mit einem Post it oder einem anderen kleinen Zettel und bringe Deinem Hund bei, diesen mit der Nase zu berühren. Sobald er das Nasentarget richtig nutzt, belohnst Du ihn. Leichter ist es, wenn Du den Zettel zu Beginn auf Augenhöhe Deines Hundes hältst. Hat Dein Hund verstanden, die Nase an den Zettel zu halten, kannst Du den Zettel immer weiter runter nehmen, bis er irgendwann auf dem Schlitz klebt. Je nachdem wie schnell Dein Hund lernt, kannst Du auch die einzelnen Schritte gehen – aber beachte bitte: Arbeite unbedingt sauber. Wenn Du Dir hier ausreichend Zeit lässt, wird es Euch beim eigentlichen Teil leichter fallen. Nun kannst Du den Karton auch mit einem Wort benennen und dann den Zettel entfernen.

Wie Du siehst, kann bereits die Vorbereitung eine tolle Beschäftigung sein. 

Nun kommt die eigentliche Aufgabe

Übrigens sei an dieser Stelle gesagt, dass es auch hilfreich sein kann, wenn Dein Hund bereits das Aufräumen gelernt hat. Wie das genau funktioniert, erfährst Du in meinem Beitrag Hunde in den Haushalt einbinden. Im Prinzip ist es nämlich nichts anderes – eben nur etwas schwieriger und kleiner.

Zuerst hältst Du den Kreis, sodass Dein Hund nur noch leicht mit der Nase gegen stupsen muss, um ihn in den Karton zu stoßen.

Beschäftigung für Hunde aus Müll
Anfangs soll Dein Hund einfach den Kreis mit der Nase in den Karton stupsen.

Im nächsten Schritt bietest Du Deinem Hund nun an, einen der Kartonkreise ins Maul zu nehmen. Kennt Dein Hund das Halten von Gegenständen noch nicht, so kannst Du es ihm zusätzlich beibringen und hast direkt noch eine neue Aufgabe für Euch gefunden.

Nimmt Dein Hund den Kreis ins Maul, kannst Du nun das Wort für den Karton nutzen. Dein Hund sollte nun versuchen, mit der Nase an den Karton zu kommen und dabei den Kreis in den Schlitz zu stecken. Belohne hier jeden Schritt in die richtige Richtung. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn Dein Hund beim ersten Mal nicht trifft oder nicht direkt versteht. Das Ziel ist ja gerade, dass er mitdenken soll. 

Mira wirft den Kreis in den Karton
Später soll Dein Hund den Kreis von alleine in den Schlitz stecken. Dieses erfordert sehr viel Konzentration. Deswegen solltest Du auch nie zu lange trainieren.

Klappt es, sollte die Belohnung natürlich überschwänglich ausfallen: Gibt Deinem Hund einen Jackpot! Das kann in Form von besonders guten Leckerlis oder einer größeren Menge geschehen, aber auch durch sein liebstes Spielzeug. Beende dann direkt und lasse es positiv stehen. Wiederhole es an einem anderen Tag.

Warum direkt beenden, wenn es gut läuft, fragst Du Dich nun vielleicht? Viele sind dann so begeistert und versuchen es noch einmal und noch einmal. Und dann klappt es nicht mehr. Wichtig ist aber, immer positiv aus einem Training heraus zu gehen. Und was gibt es besseres als ein Jackpot und ein Erfolgserlebnis? Bei Mira ist es zum Beispiel auch so, dass sie sich dann fragt, was sie falsch macht, wenn sie etwas häufiger wiederholen sollen – egal wie sehr ich sie dafür belohne. Sie wird dann kreativ und versucht etwas anderes.

Darf es ein höherer Schwierigkeitsgrad sein?

Kann Dein Hund den Kreis problemlos in den Schlitz stecken, kannst Du das Schwierigkeitslevel anpassen: Mache die Kreise und den Schlitz in kleinen Schritten kleiner!

Bist Du bei einem kleinen Schlitz und kleinen Kreisen angekommen, könntest Du zudem versuchen, ob Dein Hund es sogar schafft, eine Münze in ein echtes Sparschwein zu werfen. Viele Hunde nehmen allerdings Metall nicht gerne ins Maul und sollten auch niemals dazu gezwungen werden.

Tipp
Wenn Du handwerklich begabt bist, kannst Du dieses Spiel auch aus Holz nachbauen. Das sieht natürlich schöner aus, wenn Du es in der Wohnung stehen hast.

Joghurtbecher als Beschäftigung für Hunde nutzen

Auch Joghurtbecher hebe ich oft auf, weil man mit ihnen tolle Intelligenzspielzeuge basteln oder andere Beschäftigungen für Hunde zaubern kann. Auch hiermit denke ich mir immer mal wieder etwas neues aus und Mira freut sich immer schon, wenn ich einen Joghurtbecher in die Hand nehme – und das nicht nur, weil sie häufig meine Joghurtbecher auslecken darf 🙂

 

Joghurtbecher mit der Nase stupsen

Wenn Du jetzt denkst: einfach den Joghurtbecher mit der Nase anstupsen, das kann doch jeder Hund, dann warte ab, das ist nämlich noch nicht alles! Denn wenn Dein Hund den Joghurtbecher mit der Nase anstupsen kann, kannst Du einen Parcours aufbauen, durch den der Joghurtbecher geschoben wird. Als Parcours kannst Du alles mögliche nehmen: Zum Beispiel Kartons, Kissen, Bücher und so weiter. Denke aber daran, dass einige Hunde schreckhaft reagieren, wenn etwas umfällt und dann eingeschüchtert sind. Hast Du einen eher unsicheren Hund, nimm bitte etwas, was nicht umkippen oder laut knallen kann.

Das Stupsen des Joghurtbechers bringst Du Deinem Hund auch mit einem Nasentarget bei. Du stellst den Joghurtbecher einfach auf den Boden mit der offenen Seite nach unten (er sollte natürlich leer sein 😉 ). Denn darf Dein Hund ihn mit der Nase berühren und Du belohnst ihn. Am besten geht das auf etwas glatteren Böden wie Fliesen oder Laminat.

Mira stupst Joghurtbecher
Zuerst lernt Dein Hund, den Joghurtbecher anzustupsen. Später kannst Du auch einen kleinen Parcours aufbauen oder gegen Deinen Hund antreten.

Wenn Dein Hund verstanden hat, was zu tun ist, kannst Du anfangen, einen kleinen Parcours aufzubauen. Durch den Parcours kannst Du Deinen Hund am besten erstmal ohne Becher führen, damit er versteht, dass er durchlaufen soll. Und dann startest Du – aber immer daran denken, es soll Spaß machen und geht nicht um Perfektion!

Wettkampf mit Deinem Hund
Besonders lustig ist es übrigens, wenn Du mal einen Wettkampf gegen Deinen Hund startest. Lege eine Start- und eine Ziellinie fest und schaue, wer von Euch den Joghurtbecher mit der Nase schneller ins Ziel bringt.

Das Hütchenspiel mit Joghurtbechern

Eine schöne Beschäftigung für Hunde ist natürlich auch, wenn die Nase ins Spiel kommt. Für das Hütchenspiel benötigst Du mindestens zwei Joghurtbecher – gerne aber auch mehr. Lege unter einen Becher eine Belohnung – Dein Hund darf gerne zu schauen. Nun verschiebst Du die Becher hin und her und forderst Deinen Hund auf, anzuzeigen, wo das Leckerli drin ist. Er kann es mit der Nase anzeigen, mit der Pfote oder auch dadurch, dass er sich davor ablegt – das ist ganz Euch überlassen.

Für die meisten Hunde ist das Hütchenspiel tatsächlich sehr einfach, denn die Nase unserer Vierbeiner ist einfach so unfassbar gut – vor allem dann, wenn es um Futter geht 🙂

Beschäftigung für Hunde
Hier hatte ich unter den Joghurtbechern ein Radiergummi versteckt und Mira versucht es zu finden.
Eine kleine Hilfe kann sein, wenn Du Löcher in den Becher machst.

Aber wie ist es, wenn Dein Hund einen Gegenstand erschnüffeln soll oder den Geruch einer Person – so wie beim Mantrailing? Dann kann es für einige Hunde schon schwieriger werden. Hierfür muss Deine Fellnase natürlich zuerst lernen, wonach sie suchen soll. Du kannst zum Beispiel ein Radiergummi nehmen und belohnst Deinen Hund, wenn er mit der Nase dran stößt. Hierdurch nimmt er auch automatisch den Geruch auf. Verknüpfe das Radiergummi mit einem Markerwort. Dann kannst Du das Radiergummi erstmal ohne Becher in den Raum legen und lässt es durch Deinen Hund anzeigen. Tut er dies zuverlässig, kannst Du es unter einen Deiner Becher verstecken und schauen, ob er es findet.

 

Auch kannst Du prüfen, ob Dein Hund auf Gerüche von Menschen reagiert. Hierzu benötigst Du zwei Teile, die nach jemandem riechen. Ein Teil davon sollte so klein sein, dass es unter den Joghurtbecher passt, das andere Teil darf ruhig größer sein. Kennt Dein Hund das Hütchenspiel bereits, weiß er ja schon, dass er etwas darunter suchen soll. Lasse Deinen Hund nun am zweiten Gegenstand riechen und gib ihm die Freigabe, die Joghurtbecher zu inspizieren. Du wirst sehen: Dein Hund wird schnell fündig werden.

Beschäftigung für Hunde – mein Fazit

Ich hoffe, Du konntest aus meinem Beitrag wieder ein paar Inspirationen für Euren Alltag mitnehmen, denn Beschäftigung für Hunde muss nicht immer teuer sein oder auf einem Hundeplatz statt finden. Oft macht es gerade zu Hause eine Menge Spaß, wenn es draußen in Strömen regnet oder einfach sonst nichts anderes ansteht.

Wenn Du meine Ideen ausprobierst, würde ich mich sehr über Dein Feedback freuen. Hinterlasse mir einfach ein Kommentar.

Und nun wünsche ich Dir und Deinem Hund ganz viel Spaß beim Ausprobieren.

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