Targettraining – wie Du Bodentargets in Dein Hundetraining einbaust

Targettraining

Wie Du weißt, trickse ich gerne mit Mira. Einige Übungen habe ich über das Targettraining aufgebaut. Was das genau ist und wie auch Du es für Dich nutzen kannst, erfährst Du in meinem Beitrag, der in Kooperation mit AGILA entstand. Die AGILA Haustierversicherung hat sich in diesem Jahr das Thema „Bewegung“ als Oberthema gesetzt und dafür kannst Du auch das Targettraining wunderbar nutzen.

Targettraining – was ist das überhaupt

Target bedeutet übersetzt so viel wie „Ziel“. Es bietet Deinem Hund also ein Ziel, welches er anpeilen soll bzw. dort verweilen soll. Das Targettraining kannst Du also als Hilfestellung für viele verschiedene Übungen einsetzen. Es wird nicht nur im Hundetraining genutzt. Auch in Zoos bei Wildtieren wird das Targettraining immer wieder fürs Medical Training mit großem Erfolg genutzt.

Wofür kann ich ein Target einsetzen?

Das Targettraining kannst Du ganz unterschiedlich einsetzen. Du kannst mit einem Nasentarget Deinem Hund zum Beispiel beibringen, etwas mit der Nase zu berühren, um zum Beispiel die Tür zu schließen oder etwas mit der Nase vor sich herzuschieben. Auch kannst Du Deinem Hund damit beibringen, auf etwas draufzugehen, ihn an bestimmte Orte zu schicken. Soll der Hund im Agility beispielsweise keine sogenannten Runnings machen, sondern am Ende des Stegs, der Wippe und der A-Wand stehen bleiben, wird dies häufig auch über ein Bodentarget aufgebaut.

Das Targettraining kann also sehr vielfältig eingesetzt werden und ist eine zusätzliche Hilfe im Hundetraining. Was Du aber natürlich immer beachten solltest: Baust Du eine Hilfe auf, musst Du sie auch irgendwann wieder abbauen.

Tricksen mit Bodentarget
Sehr gut eignet sich ein Bodentarget auch zum Tricksen. Hierdurch kannst Du Tricks auch auf Entfernung aufbauen.

Welche Targets gibt es?

Es gibt verschiedene Targets:

  • Nasentarget – das wohl bekannteste Target. Dein Hund lernt hierbei, das Target mit seiner Nase zu berühren und gegebenenfalls auch zu folgen.
  • Pfotentarget/Bodentarget: Hierbei berührt Dein Hund ein Target mit einer oder mehreren Pfoten oder stellt sich sogar drauf
  • Looktarget: Bei einem Looktarget berührt Dein Hund den Gegenstand nicht, sondern schaut ihn an
  • Körpertarget: Hierbei ist das Ziel ein Körperteil Deines Hundes, wie zum Beispiel Hüfte oder Rute

Was kann ich als Hilfsmittel nutzen?

Was Du als Target nutzt, ist natürlich davon abhängig, welches Ziel Du verfolgst. Dies kann zum Beispiel einfach nur Deine Hand, Dein Fuß, eine Decke, aber auch ein kleiner Zettel (Post-it) sein. Im Prinzip kannst Du fast jeden Gegenstand als Target umfunktionieren.

Natürlich gibt es auch extra Produkte dafür. Wir nutzen zum Beispiel Masseigel als Bodentarget zum Koordinationstraining, Balancetraining und Muskelaufbau. Außerdem lastet dieses Training auch kopftechnisch aus und macht vielen Hunden großen Spaß.

Targettraining mit Igel
Sehr gut als Bodentarget eignet sich auch so ein Igel. Hiermit kannst Du auch toll Muskelaufbauübungen mit Deinem Hund machen.

Ideen für das Targettraining am Boden

In meinem heutigen Beitrag möchte ich gezielt auf das Bodentarget eingehen, da ich über das Nasentarget in meinem Beitrag über geräuschempfindliche Hunde bereits näher eingegangen bin, denn ein Bodentarget kann so viel mehr bieten als bloßes „mir den Pfoten drauf stehen“. Neben reinen Übungen für den Muskelaufbau kannst Du mit dem Targettraining auch das Mitdenken Deines Hundes fördern.

Parcourstraining mit Ansage

Hierfür benötigst Du in den meisten Fällen nicht mal eine teure Ausrüstung. Du kannst alte Decken, Teppiche, Wäschekörbe oder anderes nehmen. Ziel soll es sein, dass Dein Hund diese jeweiligen Gegenstände unterscheiden kann, hin läuft und drauf springt. Deswegen sollten die Gegenstände auch möglichst nicht wackeln.

Es soll ein Parcours werden mit unterschiedlichen Geräten und Du sagst an, welches Gerät als nächstes folgt!

Das Schöne ist: Zum einen bewegt sich Dein Hund und zum anderen denkt er mit, denn er muss Dir genau zuhören und dann das richtige Gerät finden.

Targettraining
Aufgrund des chaotischen Aprilwetters sind die Fotos in der Wohnung entstanden. Gerade der Parcours mit Ansage macht aber draußen noch viel mehr Spaß

Am besten kannst Du so etwas natürlich draußen machen, vielleicht habt Ihr ja einen Garten oder eine schöne Wiese in der Nähe? Die Anfänge sind selbstverständlich auch in der Wohnung möglich. Beachte aber bitte, dass Dein Hund nicht auf hartem Boden springen sollte (also weder auf Laminat oder Fliesen in der Wohnung noch auf gefrorenem Boden in der Natur). Außerdem solltest Du Deinen Hund unbedingt vor sportlichen Aktivitäten warm machen, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Ich spreche da aus Erfahrungen, Sehnenleiden können sehr langwierig sein und sind nicht schön.

Wie läuft das Training ab?

Genau genommen ist das Unterscheiden von Geräten nichts anderes als das Unterscheiden von Kuscheltieren, welches ich Dir in meinem Beitrag „Hunde in den Haushalt einbinden“ bereits näher gebracht habe.

Du fängst mit einem Gerät an, zum Beispiel mit einem Stück Teppich. Führe Deinen Hund drauf und sage direkt auch das Kommando für den Teppich. Belohne Deinen Hund und gebe ihn danach frei. Wiederhole das ein paar Mal, bis Du das Gefühl hast, er hat es verstanden. Nun kannst Du schon langsam mit dem Schicken anfangen. Entferne Dich immer kleine Schritte vom Teppich und sage ihn an. Hat Dein Hund verstanden, belohne ihn überschwänglich! Sollte er es noch nicht verstanden haben, ist dies natürlich kein Problem, dann gehst Du einfach noch mal auf die letzte Position zurück, von der es geklappt hat. Beende das Training auch immer positiv und mit einem Erfolgserlebnis!

Nun kannst Du ein anderes Gerät auf die gleiche Art und Weise trainieren und das Kommando für dieses Gerät festigen. Sitzt das zweite Gerät, Du nun überprüfen, ob Dein Hund die Geräte bereits unterscheiden kann.

Kann Dein Hund bei diesem Targettraining bereits zwei Bodentargets unterscheiden, kannst Du nach und nach weitere Targets hinzu trainieren.

So kann Dein Hund später dann von einem Bodentarget zum nächsten flitzen – nachdem Du es ihm angesagt hast. Gerade aktive Hunderassen haben an dieser Art großen Spaß, denn sie dürfen sich bewegen und können ihre Intelligenz unter Beweis stellen.

Tipp
Natürlich kannst Du mit Deiner Körpersprache noch nachhelfen – denn es ist und bleibt neben der Beschäftigung für Deinen Hund auch ein lustiges Spiel. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, kannst Du aber mal versuchen, Deine Arme hinter den Körper zu verschränken und nur das jeweilige Kommando für das Bodentarget zu sagen. Schafft es Dein Hund dann immer noch, das richtige Target anzupeilen?

Links und Rechts unterscheiden lernen

Über das Targettraining kannst Du Deinem Hund auch wunderbar beibringen, wo links und wo rechts ist. Das kann im Agility hilfreich sein, aber auch beim Laufen am Fahrrad oder bei Euren Spaziergängen. Ich binde es immer mal wieder unterwegs ein, um zu überprüfen, wie aufmerksam Mira gerade ist 🙂

Für den Anfang ist es aber für Deinen Hund sehr schwer, nur aufgrund Deines Kommandos die richtige Richtung einzuschlagen. Deswegen solltest Du hierbei unbedingt erstmal mit Sichtzeichen unterstützen.

Dein Hund steht für den Anfang dieser Übung am besten vor Dir und schaut Dich an. Bedenke aber: So ist rechts von ihm aus gesehen links und andersrum! Zwei Bodentargets liegen in wenigen Metern Abstand rechts und links von Euch. Nun kannst Du los legen und Deinen Hund mit einem Handzeichen auf das linke oder rechte Target schicken. Binde auch gleich das Kommando mit ein „links“ und „rechts“ (oder wie Du es auch nennen möchtest). Belohne Deinen Hund immer für die richtige Richtung.

Hund links und rechts unterscheiden lassen
Zu Beginn solltest Du Deinem Hund helfen. Bedenke bitte, dass Du spiegelverkehrt denken musst, wenn Dein Hund mit dem Gesicht zu Dir steht!

Diese Übung kannst Du am besten auch an anderen Orten wiederholen. Tausche auch ruhig mal die Targets aus, damit Dein Hund die jeweiligen Targets nicht mit den Kommandos verknüpft, sondern mit der Richtung.

Später kannst Du dann versuchen, nach und nach das Handzeichen abzubauen. Gehe aber langsam vor. Versteht Dein Hund nicht mehr, was Du möchtest, gehe wieder einen Schritt zurück.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Hund verstanden hat, dass es um Richtungen geht, kannst Du dieses Kommando wunderbar unterwegs austesten. Wenn Ihr zum Beispiel an einer Gabelung lauft oder ein Weg kreuzt, in den Ihr abbiegen möchtet.

Fazit Targettraining

Wie Du siehst, kannst Du mit dem Targettraining vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Deinen Hund schaffen, die Du – zumindest zum Teil – auch im Alltag nutzen kannst. Natürlich machen nicht alle Dinge, die ich Dir hier vorstelle, einen wirklichen Sinn abgesehen von der Auslastung Deines Hundes. Aber das muss es ja auch nicht immer 🙂 Erste Priorität sollte nämlich sein, dass Ihr Beide daran Spaß habt. Sofern sich Dein Hund nicht zum Targettraining begeistern lässt, ist das überhaupt nicht schlimm! Jeder hat seine Vorlieben und somit hat auch nicht jede Fellnase gleichermaßen an solchen Dingen Spaß. Du solltest Deinen Hund also genau beobachten: Ist er motiviert? Freut er sich, wenn Ihr mit dem Training beginnt? Oder beschwichtigt er gar viel und wirkt desinteressiert?

Außerdem solltest Du natürlich auch immer auf die Gesundheit Deines Vierbeiners achten. Als Mira das Sehnenleiden hatte, musste sie sechs (sehr lange) Wochen ruhig gehalten werden, sodass auch das Bodentargettraining ausfiel.

Targettraining
Mit Bodentargets kannst Du im Hundetraining ganz vielfältig einsetzen. Sei kreativ.

Ich finde es immer wieder toll, mir wie wenig wir unsere Hunde beschäftigen können und wir dankbar sie selbst für solche Ideen sind. Mira ist immer Feuer und Flamme, wenn ich mir etwas Neues ausdenke. Unsere Hunde interessiert es nicht, wie teuer das Spielzeug war, das wir ihnen hinlegen. Ihnen ist meist viel wichtiger, dass wir uns mit ihnen beschäftigen – womit ist dann zweitrangig. Auch wenn das Targettraining nichts für Euch ist, möchte ich Dir ans Herz legen: Nimm Dir bewusst Zeit für Deinen Hund. Beobachte, was ihm Spaß macht und gib ihm die Aufmerksamkeit, die er verdient.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer  Kooperation mit der AGILA Haustierversicherung. Vielen Dank an AGILA für die tolle Zusammenarbeit.

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