Gastritis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung

Gastritis beim Hund

Vielleicht hast Du schon mal von einer Gastritis oder Magenschleimhautentzündung beim Menschen gehört. Eine sehr unangenehme Sache, wenn Du sie schon mal erleben musstest. Aber diese Erkrankung gibt es auch bei Hunden. Sie tritt akut als auch chronisch auf. Mira hatte bereits eine akute Gastritis. Wie es dazu kam, wie wir reagiert haben und was Du tun kannst, um einer Gastritis vorzubeugen, erfährst Du in meinem Beitrag.

Wann trat die Gastritis bei Mira auf?

Es war unser letzter Urlaubstag Anfang Mai. Nach einem schönen Spaziergang saßen wir im Garten und ich pflückte ein paar Pflanzen, um diese an meinem Objektiv zu befestigen und hierdurch einen tollen Fotoeffekt zu zaubern. Leider hatte ich keine Ahnung, welche Pflanze ich in der Hand hielt, als Mira sich eine Pflanze mit dem Maul aufnahm und mir stolz präsentierte – der Versuch, ein Leckerli abzustauben.

Zirka eine halbe Stunde später machte sie ihr großes Geschäft. Es ist sehr selten, dass sie dies im Garten macht und allein das kam mir schon sehr komisch vor. Der Kot war von dickem Schleim überzogen. Da es aber immer mal vorkommt, dass der Körper eine Schleimhaut abstößt, wenn er sie erneuert hat, machte ich mir keine großen Sorgen. Zirka 30 Minuten später fing Mira dann an zu Erbrechen. Und zwar weißen Schleim – unaufhörlich. Der ganze Garten lag voll von weißem Schleim und es hörte nicht auf. Sie war unruhig und apathisch. Und das selbstverständlich an einem Sonntag!

Gastritis beim Hund
Plötzlich fing Mira an, Schleim zu erbrechen, wanderte hin und her und war apathisch. Dieses Foto habe ich aufgenommen, um dem Tierarzt möglichst einen umfassenden Bericht geben zu können. Es ist nur ein Handyfoto, da ich mich natürlich auf Mira konzentrieren wollte.

Ich rief umgehend beim Notdienst und ich wurde erstmal vertröstet – ich solle in einer Stunde vorbei kommen. Doch Mira ging es rapide schlechter und ich wusste nun auch, welche Pflanze sie da im Maul hatte: Goldlack. Nach einem weiteren Anruf konnte ich sofort vorbei kommen. 

Mira wurde geröntgt, kam sofort an einen Tropf und erhielt unzählige Spritzen. Ich durfte sie direkt wieder mitnehmen, da sie zu Hause sowieso wesentlich ruhiger ist als in fremder Hand.

Was sind die typischen (primären) Ursachen einer Magenschleimhautentzündung?

Die Gastritis wurde also durch eine Vergiftung ausgelöst. Eine Magenschleimhautentzündung kann aber auch durch viele andere Faktoren ausgelöst werden. Zu diesen zählen Fremdkörper, wie zum Beispiel Knochensplitter oder Knochenteile, Teile von Spielzeugen, Parasiten (Wurmbefall), Medikamente wie ein Antibiotikum und Schmerzmittel als auch eben giftige Stoffe wie Frostschutzmittel, Pflanzenschutzmittel, giftige Pflanzen, Reinigungsmittel etc.

Natürlich ist auch eine falsche Ernährung Deines Hundes ein möglicher Auslöser für eine Magenschleimhautentzündung. Denn diese führt meist zu einer Futterunverträglichkeit.

Exkurs: Goldlack
Der Goldlack kommt in vielen Gärten vor, da er gerne als Zierpflanze verwendet wird. Er gehört zu der Familie der Kreuzblütler. Der Name wurde ihm durch seine ursprüngliche Blütenfarbe gegeben. Goldlack ist für Katzen höchst gefährlich, zählt aber beim Hund nicht zu den stark giftigen Pflanzen. Ihm werden zudem auch viele heilende Wirkungen zugeschrieben. Warum Mira also so stark reagiert hat, kann ich Dir leider nicht beantworten.
Goldlack
Dies ist Goldlack. Der Verursacher von Miras Gastritis.

Die Reiz-Gastritis

Auch Stress kann eine Magenschleimhautentzündung auslösen – die sogenannte Reiz-Gastritis. Hat Dein Hund dauerhaft Stress, schlägt ihm das wortwörtlich auf den Magen. 

Gastritis im Winter durch Schnee

Viele Hunde reagieren auch nach einem ausgelassenen Spiel im Schnee mit einer Gastritis. Das trifft natürlich nicht auf jeden Hund zu, aber ist Dein Hund besonders sensibel im Magen, kann ihn diese Form der Magenschleimhautentzündung leider treffen. Meist reagiert er auf Streusalz oder andere Verunreinigung im Schnee.

Sekundäre Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung beim Hund

Neben den typischen Ursachen gibt es noch weitere Verursacher für eine Entzündung des Magens. Dieses können beispielsweise Allergien, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Störungen des Hormonhaushalts und des Stoffwechsels, aber auch chronische Krankheiten wie Erkrankungen der Leber oder auch das Versagen der Nieren sein. Auch innerlicher Stress ist eine sekundäre Ursache für eine Gastritis bei Deinem Hund.

Was ist eine Gastritis überhaupt?

Eine Gastritis beschreibt eine Entzündung der Magenschleimhaut. Hat Dein Hund eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut, erbricht er plötzlich sein Futter. Dieses passiert häufig nach der Nahrungsaufnahme. Erbrochen wird das Futter dann mit viel Speichel. 

Der Magen Deines Hundes wird durch die Magenschleimhaut vor der Magensäure geschützt, die die Aufgaben hat, die Nahrung vor zu verdauen. Es handelt sich hierbei um eine dicke Schleimhaut, die normalerweise sehr unempfindlich ist (immerhin hält sie auch der aggressiven Magensäure stand). Auch kann sie sich im Normalfall selbst regenerieren. Ist diese Magenschleimhaut allerdings gereizt oder gar geschädigt oder die Produktion von Magensäure dauerhaft stark erhöht, kommt es häufig zu einer sehr schmerzhaften Entzündung. Wird diese nicht behandelt, kann sie sogar chronisch werden.

An welchen Symptomen erkennst Du bei Deinem Hund eine Gastritis?

Wie weiter oben schon beschrieben, ist ein sehr typisches Anzeichen für eine Magenschleimhautentzündung das plötzlich auftretende Erbrechen. Dies kann entweder das Erbrechen von Futter mit Speichel sein – manchmal aber auch nur Schleim. Tastest Du Deinen Hund im Magenbereich ab, wird er deutliche Druckempfindlichkeit zeigen, seine Bauchmuskulatur ist angespannt. Die meisten Hunde zeigen Unruhe bis hin zur Apathie. Viele Hunde verweigern irgendwann die Aufnahme von Futter.

Hier eine Übersicht der möglichen Symptome:

  • plötzliches Erbrechen (Futter mit Speichel oder nur Schlei)
  • Sodbrennen (häufiges Schmatzen, manisches Fressen von Gras oder Erde, Speicheln)
  • Dein Hund möchte nicht fressen (deswegen solltest Du Futtermäkeligkeit auch niemals als Spinnerei abtun!)
  • Ruhelosigkeit
  • Lustlosigkeit bis hin zur Apathie
  • übermäßig vieles Schlafen / Ruhen
  • extremer Mundgeruch
  • die sogenannte Gebetsstellung
  • Mundgeruch
  • Druckempfindlichkeit im Magen-Darm-Bereich
  • „Gluggern“ im Bauch / Magen-Darm-Geräusche
  • ein aufgekrümmter Rücken „Buckel“
  • Dein Hund trinkt extrem viel (kaltes) Wasser
  • Ohrenentzündungen

Was solltest Du tun, wenn Du Anzeichen einer Gastritis feststellst?

Dein erster Weg sollte Dich immer und ausschließlich zum Tierarzt führen. Er wird Deinen Hund genau untersuchen und die Diagnose bestätigen.

Mira erhielt einen Depottropf (Infusionstherapie), um den Verlust der Flüssigkeit auszugleichen und zudem die natürliche Entgiftung durch Leber und Niere anzuregen. Außerdem erhielt sie Medikamente gegen die Übelkeit und das Erbrechen. Als weiteres Medikament wurde ihr etwas gegeben, was zum Schutz der Magenschleimhaut dient. 

Sofern die Ursache bakteriell ist, kann Deinem Hund auch ein spezielles Antibiotikum verabreicht werden. Sofern ein Parasitenbefall vorliegt, wird zudem eine Wurmkur gegeben. Liegen andere Erkrankungen vor, müssen diese selbstverständlich mit behandelt werden. Denn dann ist die Magenschleimhautentzündung beim Hund nur die Spitze des Eisberges. 

Vom Hund erbrochener Schleim
Dieses Foto ist sicherlich nicht sehr schön. Auch dieses Foto hatte ich für den Tierarzt aufgenommen. Sollte Dein Hund Schaum vorm Maul haben oder Schaum bzw. Schleim erbrechen, zögere nicht und fahre umgehend zum Arzt. Neben einer Gastritis ist dies fast immer ein Anzeichen für eine Vergiftung, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Leider kann ich Dir nicht sagen, welche Medikamente Mira genau bekommen hat, da ich leider immer noch keinen Bericht erhalten habe, obwohl die Gastritis schon über zwei Monate zurück liegt und ich ihn mehrfach angefragt habe. Sofern ich den Bericht noch erhalte, werde ich diese Informationen in meinem Bericht nachpflegen.

Wichtig ist, dass die Gastritis beim Hund schnell behandelt wird, damit diese nicht chronisch werden kann.

Wie erfolgt die Diagnose einer Gastritis?

Dein Tierarzt wird die Diagnose über das Ausschlussprinzip erstellen. Hierfür ist es natürlich wichtig, dass Du ihn genau über sämtliche Symptome, mögliche Ursachen und Auffälligkeiten informierst. Sollte Dein Tier bereits schon mal in diese Richtung behandelt worden sein, solltest Du ihm auch hierüber eine Übersicht geben – und wenn möglich auch den Tierarztbericht vorlegen (sofern Du bei einem anderen Tierarzt warst). Deswegen ärgert es mich auch so sehr, dass ich nach wie vor den Bericht nicht erhalten habe. Du solltest außerdem über eventuelle Veränderungen im Verhalten und im Allgemeinbefinden berichten. Um so genauer Du das Krankheitsbild beschreiben kannst, desto einfacher kann der Tierarzt die genannten Symptome einordnen.

Zu den gängigen Untersuchungen zählen zudem natürlich das Abtasten und Abhören, das Messen der Temperatur, das Kontrollieren der Schleimhäute und auch ein Blutbild. Wird ein Blutbild angefertigt, werden vor allem auf die Entzündungswerte, auf Eletrolyteverschiebungen sowie auf die Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenwerte geachtet.

Bildgebende Diagnostik

Zusätzlich kann als bildgebende Diagnostik ein Ultraschall eingesetzt werden. Hierbei wird der Magen-Darm-Trakt und alle anderen Organe Deines Vierbeiners nach Auffälligkeiten abgesucht. Für eine Ultraschalluntersuchung ist meist keine Narkose notwendig.

Eine Röntgenuntersuchung kann zudem überprüfen, ob Dein Hund eventuell einen Fremdkörper verschluckt hat. Häufig kommt in diesem Fall ein Kontrastmittel zum Einsatz. Sollte Dein Hund tatsächlich einen Fremdkörper verschluckt haben, ist nämlich nicht nur die Gastritis eine Gefahr, sondern es kann sogar zum Darmverschluss kommen. Auch für eine Röntgenuntersuchung muss Dein Hund nicht immer unbedingt in Narkose gelegt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Endoskopie. Bei der endoskopischen Untersuchung wird Dein Hund sediert. Dann wird bei einer Gastroskopie eine Kamera in den Magen Deines Hundes vorgeschoben. Hierdurch kann der Tierarzt nun das Mageninnere beurteilen. Der Vorteil ist, dass der Tierarzt mit dem Endoskop kleinere Fremdkörper direkt entfernen kann.

Sofern Dein Hund tatsächlich einen Fremdkörper verschluckt hat und dieser nicht endoskopisch entfernt werden kann, wird dieser operativ, also chirurgisch entfernt.

Eine dritte Möglichkeit ist noch die Biopsie, bei dem Gewebe entnommen und anschließend untersucht wird.

Sofern Deinem Tierarzt nicht alle technischen Mittel für diese Behandlungen zur Verfügung stehen, wird er Dich an eine Tierklinik überweisen.

Was Du bei einer Magenschleimhautentzündung beim Hund noch tun solltest

Neben der medikamentösen Behandlung Deines Hundes kannst Du ihn zudem auch noch weiter unterstützen. Hierfür möchte ich Dir gerne ein paar Ratschläge mit auf dem Weg geben, die auch uns geholfen haben. Denn nach der Medikamentengabe ist die Gastritis natürlich nicht umgehend verschwunden. Mira hatte danach noch einige Tage pechschwarzen Kot. Die Farbe schwarz beim Hundekot deutet auf Blut und somit auf eine Erkrankung im vorderen Magen-Darm-Trakt hin.

Stelle Deinen Hund vorübergehend auf Schonkost um

Damit Du den Magen und den Darm Deines Hund entlastest, solltest Du für die nachfolgenden Tage auf Schonkost umstellen. Sehr hilfreich hier ist die Morosche Karottensuppe. Ein Rezept hierfür findest Du bei meinen lieben Freunden von pfoten.net . Inzwischen kannst Du auch schon fertige Morosche Karottensuppe von verschiedenen Herstellern kaufen. Nach meiner Erfahrung passieren solche Erkrankungen immer an Feiertagen und Sonntagen, wenn man eben nicht alles zur Verfügung hat. Deswegen habe ich seitdem immer ein paar fertige Dosen zu Hause. Wenn Du fit in der Küche bist, kannst Du Dir die Suppe auch selbst einkochen.

Danach solltest Du langsam auf Hühnchen und Reis umstellen. Alternativ kannst Du auch zu Gockel’s Duett von AniFit greifen (Tipp: Mit dem Code Sleepherds sparst Du als Neukunde 10%)

Erst wenn der Kot und der Allgemeinzustand Deines Hundes wieder normal sind, kannst Du ganz langsam auf das gewohnte Futter umstellen. Da wir ausschließlich AniFit und RyDog von Provital füttern, haben wir Gockel’s Duett und andere Sorten vom sehr gesunden Hundefutter immer zu Hause.

Unterstütze Deinen Hund mit der Gabe von natürlichen Darmbakterien

Ein sehr großer Anteil des Immunsystems Deines Hundes befindet sich im Darm. Nach einer schweren Gastritis und der Gabe von Medikamenten ist die Darmflora häufig stark gestört.

PowerDarm von AniFit
Unterstütze Deinen Hund mit gesunden Darmbakterien, zum Beispiel mit PowerDarm von AniFit.

Daher solltest Du Deinen Hund mit der Gabe von natürlichen Darmbakterien unterstützen. Entscheidest Du Dich für ein Produkt, solltest Du darauf achten, dass der Aufbau der Darmflora damit auch langfristig funktioniert. Wir nutzen hierzu PowerDarm von AniFit. Power-Darm fördert die Vermehrung günstiger Darmbakterien und stärkt hierdurch die Barriere der Darmflora. Schädliche Bakterien werden gebunden und über den Hundekot entsorgt.

Wie lange dauert eine Gastritis?

Blicke ich auf diese Zeit zurück, würde ich sagen, dass es gut und gerne zwei Wochen gedauert hat, bis Mira wieder „die Alte“ war, zumindest was den Magen betrifft. Ich habe mich strikt an die Gabe von Schonkost gehalten und zudem täglich mit PowerDarm unterstützt. In der Woche nach der Gastritis habe ich sie noch mal von meinem eigentlichen Tierarzt abchecken lassen. Zum Glück sind keine bleibenden Schäden geblieben.

Nach zwei Wochen zeigte sich bei ihr jedoch ein Hot Spot, den ich auf das noch geschwächte Immunsystem zurück führe.

Wie kannst Du einer Entzündung der Magenschleimhaut beim Hund vorbeugen?

Die große Preisfrage ist natürlich, wie Du einer Gastritis bei Deiner Fellnase vorbeugen kannst. Ganz ausschließen kannst Du es natürlich nicht. Aber wenn Du auf ein paar einfache Dinge achtest, kannst Du das Risiko zumindest minimieren.

Ganz zu Anfang steht natürlich die gesunde und ausgewogene Ernährung und eine regelmäßige Darmsanierung. Außerdem sollte Dein Hund natürlich keine Fremdkörper verschlucken oder giftige Mittel oder Pflanzen aufnehmen. Gerade im Sommer sind auch stehende Gewässer eine Gefahr, denn hier lauern Bakterien und giftige Algen. Vermeide Stress und übe mit Deinem Hund Ruhe. Gerade reaktive Hunde sind anfällig. 

Sofern Dein Hund sehr sensibel reagiert, achte darauf, dass er keinen Schnee verschluckt.

Lasse außerdem den Kot Deines Hundes regelmäßig auf Parasitenbefall überprüfen und vergesse nicht, mindestens jährlich einen Check durch Deinen Tierarzt durchführen zu lassen. Hierbei sollte auch immer ein Blutbild angefertigt werden. Dies ist hilfreich, um die Werte vergleichen zu können.

Hast Du Fragen oder selber bereits Erfahrungen mit dem Thema gesammelt? Dann freue ich mich über ein Kommentar von Dir.

Bleibt gesund,

Wiebke und Mira

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Ein Kommentar bei „Gastritis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung“

  1. […] ein höheres Risiko für Allergien und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (wie zum Beispiel eine Gastritis). Die Möglichkeit auf einen Schlaganfall oder ein Herzinfarkt […]

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