Wo sollte ich einen Hund kaufen? Fünf Hunde und ihre Geschichten

Hund kaufen
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Wenn der Entschluss steht, dass ein Hund einziehen soll, steht als erstes die Frage im Raum, wo man den Hund kaufen sollte. Einige schwören auf einen seriösen Züchter. Die anderen möchten Hunden gerne eine zweite Chance geben und fahren lieber ins Tierheim oder kontaktieren einen Auslandstierschutzverein. Aber auch das Angebot an privaten Würfen ist groß. Um Dir ein paar Anregungen bei Deiner Suche zu geben, habe ich befreundete Blogs gefragt, um Dir eine Einsicht in unsere Geschichten zu geben. So kannst Du aus unseren Fehlern lernen und nicht die gleichen auch begehen. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich nicht unbedingt zu 100% die gleiche Meinung teile.

Hund kaufen – der Second Hand Dog – Mira

Fangen wir mit unserer Geschichte an. Mira ist ein „Second Hand Dog“. Sie hatte einen Vorbesitzer. Als ich meinen Hund kaufen wollte, habe ich mir alle Wege offen gehalten. So wäre ein Hund aus dem Tierschutz, dem Tierheim und vom Züchter gleichermaßen in Frage gekommen. Ich hatte auch Kontakt zu verschiedenen Tierschutzvereinen, doch irgendwie passte es nicht richtig. 

Mira wurde über eine Hundetrainerin vermittelt. Dort war Mira mit der Besitzerin im Training und es kristallisierte sich raus, dass die Besitzer hoffnungslos überfordert mit Mira waren. Abgabegrund: Sie maßregelt die Kinder. Die Besitzerin sprach davon, Mira (damals noch Donna) abzugeben. Und die Hundetrainerin tat das einzig richtige und sagte ihr: Wenn, dann jetzt sofort! 

Hund kaufen: Der Second Hand Dog
Mira ist ein Second Hand Dog. Im Bücherladen würde sie wahrscheinlich am Buchrand das Wort „Mängelexemplar“ stehen haben. Gesundheitlich betrachtet hatte ich aber doch viel Glück. Sie hat keine Erbkrankheiten und ist HD und ED frei.

Meine beste Freundin war damals bei der gleichen Hundetrainerin und sie stellte in eine WhatsApp Gruppe das Foto von Mira ein. Und so landete das Foto dann über Umwege bei mir und ich telefonierte daraufhin zwei Stunden mit der Trainerin. Nur zwei Tage später lernte ich Mira bei ihr kennen, denn sie holte sie für das Treffen zu sich. Es war Liebe auf den ersten Blick (man kennt das ja 🙂 ) und so nahm ich sie direkt mit.

War es schlau, Mira direkt mitzunehmen?

Hätte ich geahnt, was auf mich zukommt, hätte ich es wahrscheinlich nicht gemacht. Auch wenn ich es natürlich nicht bereue. Aber es wäre definitiv besser gewesen, einen Hund nicht auf den ersten Blick und aus Mitleid zu kaufen. Solltest Du also in die Situation kommen, gebe ich Dir den gut gemeinten Rat: Schaue Dir den Hund genau an und treffe Dich mindestens zwei bis drei Mal vorher. Sehr hilfreich können Testspaziergänge sein und Du solltest Dir auch das Verhalten im Haus ansehen.

Was Mira genau bei den Vorbesitzern erlebt habe, weiß ich nicht. Es gab nie direkten Kontakt und mir wurde weitergetragen, dass sie froh waren, dass „die Töle endlich weg ist“. Auch später wurde sich nie erkundigt, wie es ihr geht. 

Welche Probleme zeigten sich?

Mira war sechs Monate als sie bei mir einzog. Sie stand also kurz vor der Pubertät, hatte wirklich keine Erziehung genossen. Allerdings hatte sie sich schon eine Lösungsstrategie für alles festgelegt: Angriff. Sie kannte in allen Situationen nur den Weg nach vorne. Zudem war sie reaktiv, reagierte auf jedes Geräusch und jede Bewegung. Sie schien noch nie im Straßenverkehr unterwegs gewesen zu sein und selbst auf 100 Metern Entfernung empfand sie andere Menschen als Bedrohung.

Ich saß in den ersten Monaten häufig heulend und völlig verzweifelt da und dachte, ich schaffe es nicht. Mira war immerhin auch mein erster Hund.

Stammt Mira vom Züchter?

Mira stammt nicht von einem eingetragenen Züchter, sondern war viel mehr ein „privater Wurf“.  Gesundheitlich betrachtet hatte ich doch viel Glück: Sie ist frei von HD und ED und zeigte bis auf einen empfindlichen Magen und das Sehnenleiden bisher kaum physische gesundheitliche Probleme. Die Psyche hat jedoch einen Knacks. 

Sie stammt aus einem recht großen Wurf und war angeblich der kleinste Welpe. Ich kann es nicht belegen oder nachvollziehen, aber es ist durchaus möglich, dass sie bereits als kleiner Welpe zu wenig Biestmilch und Muttermilch bekommen haben könnte und hierdurch die Weichen für eine labilere Psyche durch zu wenig Nährstoffe gestellt wurden.

Hund kaufen als Second Hand Dog? Mein Fazit

Wie Du siehst, ist es nicht immer die beste Lösung, einen Hund aus zweiter Hand zu sich zu nehmen. Häufig ist es hilfreich, wenn Du bereits Erfahrung mit Hunden hast. Denn auch wenn als Abgabegrund „mangelnde Zeit“ angegeben wird, steckt häufig mehr dahinter. So ein Hund kann schon eine Strategie für sich festgelegt haben und verpasste Sozialisierung in den ersten Lebensmonaten ist sehr schwierig wieder aufzuarbeiten (aber nicht unmöglich!). 

Ich würde Mira immer wieder nehmen, sie ist ein toller Hund geworden, der eben einige Macken hat. Auch würde ich mich durchaus wieder für einen Second Hand Hund aus Deutschland entscheiden, allerdings würde ich mir wesentlich mehr Zeit für eine Entscheidung nehmen.

Hund kaufen beim Ups-Wurf (Vermehrer) – Finja

So sehr ich Finja liebe und sie nicht aus meinem Leben denken könnte, so sehr ist für mich auch klar: einmal und nie wieder ein Hund aus einem „UPS-Wurf“.

Nach einer längeren Tierheim-Odyssee (entweder kein passender Hund oder keine Vermittlung an Studentin mit Wohnung ohne Garten), wollten mein Partner und ich uns doch nach einem Welpen umsehen. So kam es dazu, dass ich sehr spontan nach einem weiteren erfolglosen Tierheimbesuch bei einem Wurf Mischlingswelpen vorbeigefahren bin, die in der Nähe des Tierheims auf einem Kleinanzeigenportal inseriert wurden.

Erkennt man einen Vermehrer wirklich?

Ich war mir sicher: einen skrupellosen Vermehrer würde ich definitiv erkennen und ein „Unfall“ kann ja mal passieren. Außerdem wären Mischlinge ja eh viel gesünder als reinrassige Hunde und billiger als vom Züchter wäre es ja auch – so dachte ich mir.

Einmal dort, war es um mich geschehen: Sieben sechs Wochen junge Welpen spielten durch den Garten, die beiden Elterntiere waren freundlich-unerzogen, die Familie wirkte nett-überfordert. Als Grund für den „Unfall“ wurde mir gesagt, dass die Hündin nach der ersten Läufigkeit kastriert werden sollte und sie aber leider ungeplant vom ebenfalls in der Familie lebenden Rüden gedeckt wurde – Spoiler: Die Kastration fand nie statt, es gibt mittlerweile zumindest einen Vollgeschwister-Wurf, von dem ich weiß.

Hund kaufen
Das ist Finja. Sie stammt aus einem „Ups-Wurf“, vermutlich von einem Vermehrer. Leider zeigt sie viele gesundheitliche Probleme.

Bei diesen Hinweisen sollten die Alarmglocken läuten

  • Ich wurde zu keinem Zeitpunkt etwas über mich und meine Lebensumstände gefragt.
  • Die Welpen durften frei im ungesicherten Garten rumlaufen, in dem auch viel ungeeignetes bis gefährlich halb kaputtes Kinderspielzeug rumlag.
  • Hätte ich mich nicht selbst drum gekümmert, hätte es keinen offiziellen Vertrag gegeben.
  • Die Welpen wurden ungeimpft, ungechippt und ohne Heimtierausweis abgegeben

Meine Geschichte mit Finja

Mit 10 Wochen haben wir Finja dann abgeholt. Über ihr Verhalten möchte ich mich nicht beklagen, ich bin mir sicher, dass die Welpen zwar nicht wirklich gefördert wurden, aber sie haben zumindest auch nichts schlimmes erlebt. 

Das Gesundheitliche ist ein anderes Thema. Trotz angeblicher Entwurmung kam ziemlich schnell heraus, dass Finja massiv Spulwürmer hatte, nach erfolgreicher Behandlung knapp gefolgt von einer Blasenentzündung. Mit ca. einem halben/dreiviertel Jahr fingen ihre Allergien (sowohl Futterunverträglichkeiten, als auch Umweltallergien wie Gräser) an sich immer stärker bemerkbar zu machen. Natürlich kann auch ein Hund vom Züchter Allergien haben, ich bin jedoch mittlerweile der Meinung, dass die unkontrollierte Verpaarung und nicht ideale Aufzucht – bestimmt auch nicht mit dem besten Futter – sicher Impulse in diese Richtung gesetzt hat. 

Einen Mischling aus dem Tierheim oder evtl. aus einer kontrollierten Verpaarung von zwei nachgewiesen gesunden (auf sämtliche Erbkrankheiten und Fehlstellungen getesteten) Elterntieren würde ich auch für die Zukunft nicht ausschließen, einen Welpen aus einem unkontrollierten UPS-Wurf aber auf jeden Fall. Also sei bitte Achtsam, wenn Du einen Hund aus einem UPS-Wurf kaufen möchtest.

Hund kaufen – ein Hund aus dem Tierschutzverein (Reva)

Dieser Text bezüglich des Einzug eines Hundes aus dem Auslandstierschutz hat mir Jessica von revaandme.de geschickt. Vielen Dank dafür.

Wie sind wir auf Reva aufmerksam geworden?

Reva, eine Berger des Pyrenées Hündin, zog im Winter 2016, mit zarten 11 Wochen bei uns ein. Nach einem tragischen Verlust unserer ersten Hündin sollte wieder Leben in unsere leere Wohnung kommen und daher wollten wir einem Tierschutzhund ein schönes Zuhause schenken. Wir fanden Reva zufällig durch eine private Tierschutzgruppe die Hunde aus den Tötungsstationen in Russland befreit, aufpäppelt und nach Deutschland sowie Österreich über soziale Medien und Kleinanzeigen vermittelt.

Wo sollte ich einen Hund kaufen? Auslandstierschutz
Das ist die süße Reva. Ihre Geschichte erzählt Dir ihre Besitzerin Jessica.

Hund vom Auslandstierschutz kaufen – was bei mir schief lief

Auch wenn wir uns damals die größte Mühe gegeben haben, eine unseriöse Organisation zu erkennen, so ist es uns vermutlich doch nicht gelungen und wir vermuten bis heute, dass Reva vielleicht aus einem illegalen Welpenhandel stammt, da wir nach einigen Tagen erfuhren haben, dass der Impfpass nicht stimmte und auch die Impfungen nie durchgeführt wurden, da unsere Tierärztin meinte, dass die Aufkleber nicht korrekt seien.

Zudem war Reva massiv verwurmt, was mit den angeblichen Wurmkuren nicht hinkommen konnte, denn die Würmer kamen bereits ab Tag drei aus allen Öffnungen  heraus. Auch wenn wir sehr glücklich sind, einem zum Tode verurteilten Welpen ein schönes Leben geschenkt zu haben, so bleibt trotzdem immer dieser Beigeschmack von „es könnte sein….“. Außerdem komisch fanden wir, dass sich dreimal die angebliche Rasse von Reva änderte, da man ganz plötzlich an neue Infos gekommen sei.

Deswegen mein Tipp: Informiere Dich wirklich ausreichend über den Tierschutzverein. Es gibt viele zuverlässige tolle Vereine. Aber es gibt eben auch schwarze Schafe!

Meine Geschichte mit Reva

Wir erkannten recht früh, dass Reva ohne Muttertier aufgewachsen ist, da sie nicht sozialisiert war und jeden und alles dominieren wollte. Damit meine ich nicht, dass welpenhafte Stürmische, sondern wirkliche Dominanz. Selbst drei Hundetrainier bestätigten meinen Verdacht hierzu. Gerade diese Dominanz machte die ersten Monate unglaublich schwer. Ein ganz großer Nachteil des fehlenden Muttertieres ist ganz klar, dass Reva keine Körpersprache von Artgenossen lesen kann und dafür unser menschliches Verhalten sehr stark nachahmt, auch bei Artgenossen. Dies führt oft zu Missverständnissen und Kommunikationsproblemen.

Das Training gestaltete sich  oft schwierig und ich musste lernen, Reva eben nicht körpersprachlich zu führen, da sie hierauf überhaupt nicht achtete oder reagierte, aber bis ich das erkannte, hatte es etwas gedauert. Wir probierten sehr viele Trainingswege aus und haben keine einheitliche Methode sondern viele Methoden miteinander kombiniert und arbeiten nur mit unserer Stimme.

Aber wo es Schatten gibt, ist auch immer viel Licht vorhanden

Trotz unserer anfänglichen Hunde ist Reva mein absoluter Traumhund und mein ganz persönliches Spiegelbild in Wesen und Charakter, in Sehnsüchten und Leidenschaften. Ich habe selten ein so dankbares Tier gesehen, dass genau weiß was es will. Wir haben gelernt uns gegenseitig so zu akzeptieren wie wir sind, auch wenn es viele Überraschungen gab. Reva machte gerade in den ersten zwei Jahren unglaublich viele Wesensveränderungen durch, was ich so noch nie erlebt habe und was mich vor ständige Herausforderungen gestellt hatte. Wir sind zusammen gewachsen, haben uns miteinander weiter entwickelt und sind so ein unzertrennliches Team geworden.

Auch wenn wir Reva über alles lieben und sie mein absoluter Seelenhund ist, ich dankbar für das Schicksal bin, welches uns zusammen geführt hat, so sind wir uns doch sehr sicher, dass der nächste Hund vom ausgewählten Züchter dieser Rasse stammen wird. Wir möchten keine Überraschungen mehr erleben.

Anmerkung der Redaktion: Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich unfassbar viele tolle Hunde aus dem Auslandstierschutz kenne. Gerade diese Hunde sind häufig besonders gut sozialisiert und anpassungsfähig. Wichtig ist jedoch, dass Du unbedingt auf die Seriosität des Vereins achtest!

Hund kaufen beim Hobbyzüchter – die Geschichte von Laika

Wir sind Laika und Yvonne vom Blog „Labrador Laika“ und freuen uns, dass wir für Wiebke und Mira einen Gastbeitrag schreiben dürfen.

Wie kam es dazu, bei einer Hobbyzucht zu kaufen?

Der Wunsch nach einem Hund besteht bei mir schon lang. Als ich dann mit dem Studium begann informierten wir uns über Rassen und lso fiel die Wahl auf den Labrador Retriever. Ein Welpe sollte es werden, denn ein Hund aus dem Tierschutz trauten wir uns nicht zu.

Wir schauten uns nach Züchtern um und fanden eine Hobbyzucht, welche Welpen hatte. „Nur mal schauen“ war der Plan. Als dann aber 8 niedliche Welpen vor uns saßen, war die Entscheidung schnell getroffen. Wir entschieden uns für eine Hündin, welche wir 2 Wochen später abholten. So zog Laika mit 10 Wochen bei uns ein.

War es eine gute Entscheidung, Laika bei einer Hobbyzucht zu kaufen?

Klingt nach einer wahren Lovestory, oder? Leider ist es das nicht, denn wie viele Fehler wir gemacht hatten, sollte uns erst später bewusst werden. Als Laika älter war, fand ich in einem sozialen Netzwerk eine Wurfgeschwister-Gruppe. Beim Austausch bemerkte ich, dass der „Züchter“ im gleichen Jahr sehr viele Würfe hatte. Das spricht eher für einen „Vermehrer“ und weniger für eine „Hobbyzucht“. Weiterhin stieß ich auf einige Hunde aus älteren Würfen, die an Epilepsie und DCM erkrankt sind. Beide Krankheiten können sich vererben.

Hund kaufen beim Hobbyzüchter - eine gute Entscheidung?
Dies ist Laika. Yvonne empfiehlt Dir, beim Kauf längeren Kontakt mit dem Züchter zu halten. Außerdem solltest Du Dir Belege vom Züchter geben lassen, dass die Elterntiere auf Erbkrankheiten getestet worden sind. Es gibt durchaus auch seriöse Hobbyzüchter, die dies tun.

Als wir uns damals nach Züchtern umsahen waren wir der Meinung, dass wir Papiere nicht bräuchten, da wir nicht züchten möchten. Nicht zuletzt durch meine Ausbildung zur Hundetrainerin habe ich diesen Standpunkt heute nicht mehr. Blauäugig wie ich war, dachte ich damals, dass es reicht, ein nettes Gespräch zu führen, die Elterntiere zu sehen und einen Welpen geimpft und gechipt zu bekommen.

Es ist wichtig, dass die Elterntiere auf Erbkrankheiten getestet werden

Heute weiß ich, dass so viel mehr dazu gehört. Hätte ich damals auf einen Züchter mit Papieren und Ahnentafel wert gelegt, wären die Elterntiere auf Erbkrankheiten getestet gewesen. Ein Restrisiko besteht immer. Aber bei einer Verpaarung getesteter Elterntiere ist das Risiko geringer. Weiterhin achtet ein seriöser Züchter auf die Charaktere der Elterntiere und verpaart nur souveräne Hunde miteinander.

Ich liebe Laika über alles. Ich würde sie um kein Geld der Welt eintauschen. Doch hätte ich das Wissen von heute schon damals gehabt, wäre aus dieser „Zucht“ kein Hund bei uns eingezogen. Ich bin mir sicher, dass es auch gute Hobbyzuchten gibt, genauso wie es Züchter in Verbänden gibt, die nur auf Profit aus sind. Daher gilt: „Augen auf bei der Wahl des Züchters“. Es lohnt sich auf eine seriöse Zucht länger zu warten anstatt unseriöse Züchter durch einen übereilten Kauf zu unterstützen.

Hund kaufen beim Züchter – Die Geschichte von Alou

Dieser Erfahrungsbericht stammt von Sophia von www.kleinstadtpfoten.de .

Bringe etwas Zeit bei der Suche und Auswahl mit

Alou ist der dritte Hund in unserer Familie und auch unser dritte Hund von einem Züchter. Wir haben also schon ein paar Erfahrungen gehabt, was die Suche nach einem guten Züchter angeht und wussten, was uns wichtig ist. Es ist nicht immer so einfach, überhaupt einen guten Züchter und einen passenden Hund zu finden. Oft haben Züchter auch bereits eine lange Warteliste an Interessenten, aber es lohnt sich dem Hund zur Liebe zu warten und zu suchen, bis es wirklich passt. Leider geben viele bei der Suche und den ersten Rückschlägen auf und landen bei einem Vermehrer und unterstützen diese weiter.

Ein guter Züchter sollte die Interessenten beraten und aufklären

Als für mich klar war, dass der Zeitpunkt für einen eigenen Hund gekommen ist, habe ich mich direkt auf die Suche nach einem guten Züchter gemacht. Mir war es wichtig, einen Hund aus einer guten Zucht zu holen, bei dem ich die Elterntiere (oder wenigstens die Mutterhündin) vorher kennenlernen kann. Das Wohl und die Gesundheit der Hunde sollte immer sichtbar an erster Stelle stehen, weswegen man bei der Suche auch darauf achten sollte.

Hund beim Züchter kaufen
Das ist die hübsche Alou von Kleinstadtpfoten. Schaut auch gerne mal auf ihrem Blog oder ihrem Instagram-Kanal vorbei. Es lohnt sich.

Ich habe einige Zeit lang recherchiert und meine favorisierten Züchter kontaktiert. Mir persönlich waren mehrere Aspekte wichtig. Zum einen sollten die Hunde alle wichtigen gesundheitlichen Untersuchungen haben, zum anderen sollte der Züchter transparent und ehrlich über seine Hunde und die Zucht sprechen. Von einer Freundin habe ich den Tipp bekommen, auch mal nach negativen Eigenschaften und typischen „Problemen“ der Rasse und der einzelnen Hunde zu fragen, denn kein Hund ist 100% perfekt. Ein guter Züchter sollte Interessenten seiner Rasse definitiv über rassetypische Verhaltensweisen aufklären, damit es zu keiner bösen Überraschung kommt.

Achtung! Unseriös ist, wenn bestimmte Farben teurer verkauft werden

Was für mich ein absolutes No-Go ist, ist wenn gezielt auf bestimmte Fehlfarben gezüchtet wird oder die Merle-Aussie-Welpen / Welpen mit blauen Augen teurer sind als die dreifarbigen Welpen. Viele Züchter haben auf der Website die Pedigrees ihrer Zuchthunde hinterlegt, in denen man die Vorfahren gut nachvollziehen kann.

Vereinbare ein persönliches Treffen mit dem Züchter

Ich habe mich per E-Mail bei den Züchtern kurz vorgestellt, anschließend haben wir telefoniert und einen Termin ausgemacht, um uns persönlich kennenzulernen. Mir war es wichtig, die Hunde selbst persönlich vor Ort kennenzulernen, um mir einen guten Eindruck von deren Charakter zu verschaffen, aber auch um zu sehen, wie gepflegt sie sind und wie sie gehalten werden. Bei vielen Vermehrern hat man oft gar nicht die Möglichkeit, die Elterntiere kennenzulernen und wird schnell abgefertigt. Ein guter Züchter nimmt sich gern die Zeit, potentielle Welpenkäufer gut kennenzulernen und alle möglichen Fragen zu beantworten.

Auch ein Zuchthund sollte ein Familienhund sein

Was mir persönlich bei Züchtern wichtig ist, dass ihre Hunde für sie auch Familienmitglieder sind und keine Gebärmaschinen. Der Hündin sollte genug Zeit zwischen den Würfen gelassen werden, um sich gut zu erholen. Auch sollte sie nicht zu viele Würfe in ihrem Leben haben müssen. Ich finde es auch schön, wenn die Züchter sich aktiv mit den Hunden beschäftigen und sie zum Beispiel Hundesport betreiben und sich einfach zeigt, dass ihnen etwas an den Hunden liegt. Außerdem finde ich es schön, wenn man ein freundschaftliches Verhältnis zum Züchter aufbaut und sie sich auch nach Abgabe des Welpen für dessen Entwicklung und Leben im neuen Zuhause interessieren.

Fazit: Wo sollte ich einen Hund kaufen?

Natürlich gibt es tausende unterschiedliche Geschichten. Der eine hat vielleicht schlechte oder besonders gute Erfahrungen mit einem Auslandstierschutz, einem Hund vom Züchter oder aus dem Tierheim gemacht. Bei dem nächsten ist es genau andersrum. Jeder Hund ist ein Individuum und sollte auch so behandelt und betrachtet werden.

Dennoch hoffe ich, dass Dir die Geschichten eine gute Hilfestellung geben, damit Du auf wichtige Punkte achtest und Dich nicht nur von großen süßen Kulleraugen leiten lässt. Überlege Dir vor dem Kauf eines Hundes, was Dir wichtig ist. Auch Deine Lebensumstände sollten beachtet werden. Denn nicht jede Hunderasse passt auch zu jedem Hundehalter. Die Ansprüche zwischen sehr aktivem Arbeitshund und Mensch, der am liebsten nur ein Mal um den nächsten Teich spazieren gehen will, können drastisch sein. Denke bitte immer daran, wenn Du Dir einen Hund anschaffst: Die Entscheidung sollte für das ganze Leben des Hundes sein!

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2 Kommentare bei „Wo sollte ich einen Hund kaufen? Fünf Hunde und ihre Geschichten“

  1. Danke für die fünf Hunde-Geschichten. Ich finde, wer sich einen Hund zulegen möchte, sollte sich zuerst in einem Tierheim umsehen. In manchen Tierheimen/Tierschutzvereinen leben bis zu 50 % Scheidungshunde die bis zu ihrer Abgabe ein völlig normales Leben führten!! Warum also nicht so einen Hund kaufen?
    Ich wünsche allen viel Glück bei der Suche nach dem passenden Familienmitglied!

    Grüße, Oli

    1. Lieber Oli, natürlich ist Tierheim auch immer eine Option. Doch nicht immer ist es möglich, auch einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren. Ich kenne viele Tierheime, die keine Hunde abgeben, wenn Du berufstätig bist. Allerdings kann ein Hund sehr wohl auch mal stundenweise alleine bleiben, wenn es trainiert wird. Außerdem kann die Vorgeschichte eines vorhandenen Hundes die Aufnahme eines anderen ausgewachsenen Hundes in Einzelfällen schwierig machen. Deswegen ist das Pauschalisieren schwierig. Aber ich stimme Dir absolut zu: Es gibt viel zu viele arme Seelen, die in einem Tierheim auf ein behütetes Zuhause warten.
      Sei lieb gegrüßt,
      Wiebke

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