Schwierige Hundetricks – drei Inspirationen mit Trainingsanleitung

Schwierige Hundetricks
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Wie Du aus vielen meiner Beiträgen schon heraus lesen konntest, trickse ich gerne mit Mira. Mira macht es großen Spaß und so baue ich immer mal wieder kleine Übungen ein. Dabei ist für mich der Weg das Ziel und nicht der „fertige“ Trick. Da Mira bei einem guten Timing von mir aber auch unfassbar schnell lernt, habe ich nach und nach den Schwierigkeitsgrad angezogen und musste mir schwierige Hundetricks überlegen.

Schwierige Hundetricks – woran mache ich den Schwierigkeitsgrad aus?

Direkt vorweg möchte ich an dieser Stelle nehmen: Für jeden Hund ist etwas anderes schwierig. So kann Männchen machen für so manchen Hund besonders schwer sein, weil er erst lernen muss, sich dabei auszubalancieren. Ein anderer Hund hat Probleme, einen Gegenstand zu halten oder zu tragen. Deswegen ist es für mich in keinster Weise ein Anliegen, einen Hundetrick einfach zu reden, nur weil er vielleicht für Mira und mich einfach ist!

Deswegen kann es auch sein, dass meine Trainingsanleitungen für schwierige Hundetricks für Dich viel zu einfach sind – oder kaum zu erreichen. Erinnere Dich bitte immer daran, dass es beim Clickertraining überhaupt nicht darum gehen soll, wie perfekt Dein Hund Kunststücke für Besucher vorführen kann! Es soll eine Auslastung sein, Dein Hund soll eine Denkleistung erbringen und dadurch ausgelastet werden. Dieses Training fördert nicht nur die Bindung zwischen Euch, sondern auch das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen Deines Hundes!

Für Mira sind schwierige Hundetricks die Tricks, an denen wir eine längere Zeit arbeiten müssen. Hierbei geht es dann meist über die Koordination von Bewegungsabläufen. Was ich genau damit meine, wirst Du bei den Trainingsanleitungen erfahren.

Was mache ich, wenn mein Hund einen Trick nicht mag?

Es kommt immer mal wieder vor, dass Hunde bestimmte Hundetricks nicht gerne mögen. Dabei ist es auch egal, ob es sich um einen vermeintlich leichten oder um schwierige Hundetricks handelt. Gründe dafür können körperliche Gründe oder aber auch Kommunikationsprobleme sein. Mira mag (mochte) den Trick Kopf ablegen beispielsweise gar nicht. Warum das so war, kann ich Dir im Nachhinein nicht mehr sagen.

Hundetrick Kopf ablegen
Mira legt nicht gerne den Kopf ab. Das Verbeugen mag sie, aber im Liegen den Kopf ablegen? Blöd! Für mich ist es nicht wichtig, dass Mira einen Trick unbedingt ausführt, deswegen frage ich ihn auch nicht mehr ab. In diesem Fall hat sie ihn von selbst angeboten.

Sollte Dein Hund einen bestimmten Trick nicht mögen, hast Du drei Möglichkeiten:

  • Du lässt den Trick einfach zukünftig komplett sein. Denn ein Hund MUSS keinen Trick lernen! Es soll Spaß machen und wenn Dein Hund einen Trick nicht mag, solltest Du ihn auch in keinem Fall dazu drängen oder gar zwingen. Damit machst Du diesen Trick nur noch uninteressanter für Deinen Hund!
  • Du lässt den Trick einfach mal ein paar Wochen oder Monate weg und versuchst ihn dann noch mal. Manchmal benötigen unsere Hunde einfach etwas Bedenkzeit und plötzlich geht es wie von alleine
  • Du baust den Trick neu auf. Viele Wege führen nach Rom und vielleicht bist Du auf diesem Weg falsch abgebogen und Dein Hund konnte Dir hierdurch nicht richtig folgen

Ich habe den Trick Kopf ablegen übrigens nach einiger Zeit Pause einfach neu aufgebaut mit jeder Menge Spaß. Ich gehe davon aus, dass ich ihn anfangs einfach zu oft abgefragt habe und es für Mira einfach langweilig wurde. Nun mache ich den Trick nur noch extrem selten und sie hat wieder Spaß daran!

Wie oft und wie lange sollte ich einen Trick trainieren?

Wie Du Dir aus meiner Geschichte mit dem „Kopf ablegen“ denken kannst, solltest Du einen Trick nicht in Dauerschleife machen. Einige Hunde verlieren dann den Spaß daran. Je nach Hund reicht es, einen Trick pro Tag nur bis zu fünf Minuten zu üben und dann durchaus auch mal wieder drei vier Tage „wegzupacken“. Ich habe keinen festen Stundenplan für das Tricksen. Wenn es zeitlich passt oder Mira und ich Lust haben, dann Tricksen wir. Wenn nicht, dann nicht.

Gerade schwierige Hundetricks erfordern jede Menge Konzentration! Deswegen übertreibe das Training bitte nicht. Teaser einen neuen Hundetrick lieber immer nur kurz an und gehe kleine Schritte und bringe etwas Abwechslung hinein mit bereits bekannten Übungen oder Beschäftigungsmöglichkeiten wie dem Such-verloren-Spiel.

Entgegen einige Meinungen bin ich durchaus der Auffassung, dass Du auch gleichzeitig an mehreren Hundetricks arbeiten kannst, egal ob schwierig oder leicht. Du musst eben nur darauf achten, dass es für Deinen Hund nicht zu einer Überforderung kommt und der Spaß an erster Stelle steht. Auch wenn ich mich wiederhole: Bitte bewerte das Training nicht nach der Anzahl der fertigen Tricks, sondern nach der Qualität des Weges dahin!

Schwierige Hundetricks – drei Trainingsanleitungen zum Nachmachen

Ich habe mir drei Tricks überlegt, die ich gerne mit Mira über einen längeren Zeitraum aufbauen wollte bzw gerade dabei bin. Hierbei war es mir wichtig, dass ich Tricks nehme, die sowohl eine kognitive Auslastung für sie mit sich bringen, zusätzlich aber auch an ihrer Koordination arbeiten. Außerdem finde ich eine gleichmäßige Belastung der Muskelpartien beider Seiten äußerst wichtig. Hier also nun meine Top 3 „schwierige Hundetricks“ und ich hoffe, auch Ihr findet daran Spaß.

Ein kleiner – aber sehr wichtiger Hinweis – noch vorne weg: Je nach Trick solltest Du Deinen Hund vorher warm machen! Nur so kannst Du Verletzungen vermeiden! Auch wenn das wie eine Floskel klingt – ich spreche aus Erfahrung seit des Sehnenleidens von Mira. Sowas ist kein Spaß und dauert ewig bis es ausgeheilt ist.

Slalom rückwärts durch die Beine

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich diesen Trick mal in einem Video gesehen hatte und dachte: Das Video wäre rückwärts abgespielt worden. Aber tatsächlich war es einfach eine absolute Perfektion in Balance, Kommunikation und Training. Und zudem eine Herausforderung für Mira und mich. Denn nicht nur sie muss ihre vier Beine gut koordinieren, sondern auch ich muss „rückwärts denken“.

Übrigens ist es für diesen Trick etwas einfacher, wenn Dein Hund das Rückwärtsgehen schon kennt. Es ist aber keine Voraussetzung für diesen Trick.

Trainingsablauf

Dein Hund sollte neben Dir stehen oder sitzen. Da Du ja eh beide Seiten trainieren musst, macht es keinen Unterschied, auf welcher Seite Du startest. Aber so wie wir Menschen haben auch unsere Hunde eine bessere und eine schlechtere Seite. Einfacher wird es Deinem Hund somit auf der „besseren“ Seite fallen.

Dein Hund soll sich nun hinter Dir zwischen Deinen Beinen eindrehen. Du setzt also zuerst das von ihm abgewandte Bein zurück: Ist Dein Hund links von Dir, setzt Du Dein rechtes Bein zurück. Mit einem Leckerli führst Du nun den Kopf Deines Hundes von Dir weg. Durch das Drehen des Kopfes wird Dein Vierbeiner irgendwann seinen Popo herum drehen. Hier belohnst Du bitte direkt. Zu gleicher Zeit kannst Du bereits ein Kommando aufbauen.

Schwierige Hundetricks: Slalom rückwärts
Dieser Trick ist wirklich schwierig und fordert sehr viel Koordination von Hund und Mensch.

Diesen Schritt wiederholst Du mehrfach und wandelst das Locken mit dem Leckerli nach und nach in eine Handbewegung um. Denke bitte daran, dass Du den Trick auf beiden Seiten übst.

Im Anschluss kannst Du nun beginnen, beide Seiten zusammenzufügen. Dieser Trick bedarf wie gesagt höchster Konzentration und Koordination, also verlange nicht zu viel. Erst nach und nach kannst Du die Schrittzahl verlängern. Und Du wirst sehen: Es ist auch für Dich gar nicht so einfach, Deine Beine zu koordinieren.

Bounce – am Baumstamm abspringen

Wenn wir über schwierige Hundetricks sprechen, sollte aus meiner Sicht Bounce nicht fehlen. Hierbei soll Dein Hund gegen einen Baumstamm springen und sich davon abdrücken. Übersetzt heißt das Wort Bounce soviel wie Sprung, Elastizität oder Schwung. Auch wenn der Trick bei einem geübten Hund sehr einfach aussieht, kann ich Dir verraten: Bei den meisten Hunden steckt viel Arbeit dahinter.

Natürlich gibt es auch für diesen Trick wieder mehrere mögliche Trainingswege. Ausführlich beschreibe ich Dir gleich den Weg, den ich mit Mira gegangen bin. Du kannst Alternativ aber auch ein großes Brett nutzen. Dieses Brett sollte ausreichend Fläche bieten und zudem fest stehen können. Zu Beginn legst Du das Brett nun flach auf den Boden und führst Deinen Hund rüber. Du kannst auch an dieser Stelle bereits das von Dir gewünschte Wort einführen. Dann stellst Du das Brett in kleinen Schritten an der Wand steiler und steiler. Da ich nicht extra etwas kaufen wollte und mir kein entsprechendes Brett zur Verfügung stand, habe ich mich für eine andere Variante entschieden.

Trainingsanleitung Bounce

Ob Du das Training an einem Baum oder einer Mauer startest, ist prinzipiell egal. Achte aber auf einen weichen Boden.

Nun stellst Du erst Deinen Fuß unten gegen den Baum und zwar so, dass Dein Hund nur über den Fuß springen muss. Du kannst ihn ganz einfach mit einem Leckerli rüberlocken. Er soll für den Anfang nur Freude am Springen über Dein Bein finden.

Schwierige Hundetricks: Bounce
Am Anfang soll Dein Hund einfach nur freudig über Dein Bein springen. Denke bitte immer daran, Deinen Hund vorher aufzuwärmen.

Schritt für Schritt änderst Du nun den Anlauf Deines Hundes: Er sollte beim Loslaufen frontal den Baum anschauen. Aus dieser Position kann es passieren, dass er von alleine bereits mit den Pfoten den Baum berührt. Das solltest Du natürlich angemessen feiern 🙂

Hund lernt Bounce
Mit etwas Training und Übung wird Dein Hund den Baum dann als Absprung nutzen. Das solltest Du belohnen.

Im weiteren Verlauf verengst Du nun die Lücke zwischen dem Baum und Deinem Bein. Hat Dein Hund nun genug Schwung und Spaß an dem Trick, wird er gerne springen. Unterstützen kannst Du natürlich immer mit einer leckeren Belohnung.

Schwierige Hundetricks
Und hat Dein Hund verstanden, was zu tun ist, kannst Du Dein Bein als Hilfe nach und nach abbauen.

Beachte bitte

Auch wenn ich mich manchmal wie ein Moralapostel anhöre, ist es mir besonders wichtig, dass Du auf die Gesundheit Deines Hundes achtest. Hast Du einen kleinen Hund, sollte er auch nicht so hoch springen. Hat Dein Hund Gelenks- oder Muskelerkrankungen, ist dieser Trick gar nicht für ihn geeignet. Auch für Welpen und Junghunde ist das Bouncen tabu. Führe diesen Trick nur in Maßen durch und bereite Deinen Hund darauf vor! Kein Trick – und sei er noch so toll – ist es wert, die Gesundheit des geliebten Hundes zu gefährden.

Auf den Rücken springen

Auch hier gilt wieder: Mach Deinen Hund bitte warm. Gerade Tricks, bei denen gesprungen wird, sind Gefahrenquellen für Verletzungen!

Wenn Du anfängst, diesen Trick aufzubauen, ist es besser, wenn Du jemanden hast, der Dich unterstützt. Leg Dich anfangs auf den Boden und Dein Helfer lockt Deinen Hund mit einem Leckerli auf Deinen Rücken und belohnt. Du kannst in diesem Schritt bereits das Kommando aufbauen. Ich war besonders kreativ, denn der Trick heißt bei mir Rücken 😉

Aus dieser liegenden Position kannst Du Dich bereits etwas bewegen. So lernt Dein Hund, dass es auf Deinem Rücken wackeln könnte und beginnt, sich auszubalancieren. So nah am Boden ist die Verletzungsgefahr noch sehr gering.

Auch im zweiten Schritt solltest Du noch Hilfe haben. Hierbei kniest Du Dich hin und machst Dich aber klein. Du kannst Dein Kommando sagen und Dein Hund wird wieder auf Deinen Rücken gelockt. Nach ein paar erfolgreichen Versuchen solltest Du Dich auch in dieser Position etwas hin und her bewegen, um Deinen Hund an das Wackeln zu gewöhnen.

Schwierige Hundetricks: Auf den Rücken springen
Hier bin ich schon im zweiten Trainigsschritt und liege nicht mehr flach auf dem Boden. Ich empfehle Dir, auch in dieser Position etwas zu wackeln, damit sich Dein Hund daran gewöhnt und sich ausbalanciert.

Die meisten Hunde wissen nun, was Du möchtest und Du kannst langsam etwas höher gehen – auch ohne Hilfe. Ich habe Mira beigebracht, dass sie sich auch auf dem Rücken hinlegt. So kann ich sie im Zweifel sogar tragen 🙂

Schwierige Hundetricks – mein Fazit

Es geht immer schwieriger und es geht immer leichter und ob es nun schwierig oder einfach ist, hängt von Deinem Hund und Dir ab. Wichtig für schwierige Hundetricks ist ein gutes Basistraining. Dein Hund sollte erstmal das Prinzip des Lernens verstehen, bevor Du direkt mit so anspruchsvollen Übungen beginnst. Auch die Kommunikation und Dein Timing sollten erst geformt werden.

Verlangst Du direkt von Anfang an zu viel, wird die Motivation und der Spaß direkt auf der Strecke bleiben. Außerdem solltest Du im Hundetraining auch Perfektion nicht zu viel Beachtung schenken bzw. diese nicht an Deinem Hund auslassen. Letzlich zählt doch nur eins: Hab eine gute Zeit mit Deinem Hund, habt Spaß und genießt jede Minute, die Ihr gemeinsam habt. Und wenn Euch das Tricksen eben Spaß macht, dann ist das toll und ich hoffe, ich kann Euch eine Inspiration sein. Ansonsten gibt es noch so viele tolle andere Möglichkeiten. Und ab und an mal einen entspannten Tag gemeinsam auf der Couch verbringen und nichts tun hat auch noch nie jemandem geschadet 🙂

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