Urlaub mit Hund in Schweden – Teil 1: Buchung und Planung

Urlaub mit Hund in Schweden
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 Schon lange träume ich von einem Urlaub in Skandinavien. Doch bisher hatte ich es nie in die Tag umgesetzt. Meistens lag es daran, dass niemand aus meinem Freundeskreis Zeit hatte, mitzukommen und alleine habe ich mich irgendwie nicht „getraut“. Was ist, wenn es mir dann doch nicht gefällt? Wird mir vielleicht langweilig? Wieder verging ein Jahr ohne Urlaub im Ausland. Und dann hatte ich Ende Juni 2022 Corona und diese Erfahrung hat doch einiges in mir verändert. Daher habe ich sehr spontan einen Urlaub mit Hund in Schweden gebucht. Ohne wirklich darüber nachzudenken. Im Nachhinein stellte ich fest, dass es doch ein paar Dinge zu beachten und zu planen gilt. Planlos geht der Plan los 🙂 In diesem Beitrag nehme ich Dich also mit in unseren Urlaub in Südschweden und berichte auch von der Planung.

Urlaub mit Hund in Schweden – hier habe ich gebucht

Da ich so spontan gebucht habe (nicht mal zwei Monate Vorlaufzeit), war natürlich schon vieles belegt. Ich wollte unbedingt ein möglichst ruhiges Ferienhaus finden, gerne direkt am See oder in einer schönen Landschaft. Zudem wollte ich für den ersten Urlaub mit Hund in Schweden nur eine Woche buchen. Falls es mir dann doch nicht gefällt – was zwar unwahrscheinlich war, aber irgendwas ist ja immer. Beim Störbern im Internet bin ich auf die Seite naturhaeuschen.de gestoßen. Ich war in diese Seite sofort verliebt, denn dort gibt es nicht nur viele tolle Unterkünfte in Schweden, sondern in ganz Europa!

Ich gab also den Reisezeitraum (ohne Ortsvorgabe) vor und klickte mich durch die tollen Ferienhäuser. Und dann sah ich es: UNSER Ferienhaus für den Urlaub mit Hund in Schweden. Ich war bereits beim ersten Bild verzaubert und wusste: DAS ist es! Eine Nacht schlief ich drüber und klickte dann auf buchen inklusive Endreinigung. Bei Naturhäuschen ist es so, dass Du erst noch die Bestätigung des Besitzers abwarten musst. Diese kommt innerhalb von 24h. Da ich so kurzfristig gebucht hatte, hätte ich nicht gedacht, dass es klappt, doch bereits am nächsten Tag erhielt ich die Bestätigung. Die Zahlung schloss ich über Paypal ab. Zudem erhielt ich eine Mail mit vielen Informationen rund um das Ferienhaus, worauf ich dort achten muss, wann ich in das Haus kann und bis wann wir abreisen müssen und so weiter. Mit der Abwicklung war ich sehr zufrieden.

Unser Haus befindet sich am Långasjönäs und in direkter Nähe zu einem Naturschutzgebiet.

Welche Einreisemöglichkeiten habe ich mit Hund nach Schweden?

Wie gesagt, hatte ich mir bei Buchung darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Ich wusste grundsätzlich, dass ich sowohl komplett über Land anreisen, aber auch mit der Fähre einen gewissen Teil zurücklegen kann. Mir fehlten jedoch sämtliche Details, sodass ich mich erst einlesen musste.

Wenn Du mit Deinem Hund einen Urlaub in Schweden planst, solltest Du lieber zwei Wochen buchen. Gerade in den Sommermonaten, also in der Hauptsaison, ist sind die Kosten für die Anreise – mal abgesehen von den Kosten für den Sprit – gar nicht so gering. Ein weiterer guter Tipp in den Sommermonaten: Buche wenn möglich nicht von Samstag auf Samstag. Die meisten von uns müssen durch den Elbtunnel. Und zwar kannst Du das bei der Anreise ganz gut einplanen (ich bin um vier Uhr losgefahren und hatte den Elbtunnel ungefähr um sechs problemlos hinter mir gelassen). Zurück ist es aber echt nicht lustig und Du kannst einige Engstellen kaum umgehen.

Anreise nach Schweden über Land

Entscheidest Du Dich für eine Anreise über Land, führt Dich die Strecke durch Dänemark. In Dänemark musst Du die Storebaeltbrücke und die Öresundbrücke Brücke überqueren, um nach Schweden zu gelangen. Beide Brücken sind mautpflichtig! Du kannst sie entweder vor Ort in bar oder mit Kreditkarte zahlen oder buchst online vor. Ich empfehle Dir die Online-Buchung, da Du dann sparen kannst. Für die Öresundbrücke empfehle ich Dir den BroPas. Bereits bei der zweiten Fahrt verringert sich der Fahrpreis über die Brücken um mehr als die Hälfte. Hier wird dann Dein Autokennzeichen eingespeichert und an der Mautstelle ausgelesen. Auch ein sogenannter Bizz-Transponder ist möglich, der in Norwegen, Dänemark und Schweden häufig für die Mautabrechnung genutzt wird. Solltest Du Dich für einen BroPas mit Bizz entscheiden, achte bitte darauf, dass beides verbunden ist, um von den Vergünstigungen zu profitieren.

Urlaub mit Hund in Schweden Anreise über Land
Vor der Storebælt Brücke haben wir auf der Hinfahrt eine Pause eingelegt. Es ist schon ein imposanter Anblick.

Nach langem Hin und Her hatte ich mich zu einer Anreise über Land entschieden. Ich wollte mir einfach die Brücken anschauen. Zudem hatte ich das Glück, dass ich über den BroPas von Verwandten reisen konnte. Das Ferienhaus stand eh erst ab 15Uhr zur Verfügung und somit hatte ich Zeit 🙂

Anreise nach Schweden über Land
Bei den Brücken kannst Du Dich dann einordnen: Registrierte Überfahrten, Zahlung mit Karte oder Barzahlung.

Und ich finde, man muss es einfach mal gemacht haben! Ich hatte sowohl bei der Hinfahrt als auch bei der Rückfahrt traumhaftes Wetter und es ist ein Erlebnis, was Du so schnell nicht vergisst.

Anreise nach Schweden mit Hund auf einer Fähre

Die zweite Möglichkeit ist, mit einer Fähre anzureisen. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Du kannst entweder von Deutschland nach Dänemark mit der Fähre fahren oder alternativ von Deutschland direkt nach Schweden.

Wenn Du direkt nach Schweden fährst, könntest Du zum Beispiel von Rostock oder Travemünde nach Trelleborg fahren. Allerdings solltest Du diese Fähren zeitig buchen. Wenn Du von Deutschland nach Dänemark übersetzen möchtest und von dort aus weiterfährst, kannst Du zum Beispiel eine Fähre von Puttgarden nach Rødby nutzen. Bei dieser Fähre ist die Fahrzeit sehr überschaubar (ca. 45 Minuten). Der Hund bleibt während der Fahrt im Kofferraum. Du kannst Dir aber die Beine vertreten. Als ich mir die Preise und die gesamte Reisezeit angeschaut hatte, habe ich für mich jedoch nicht den großen Vorteil durch die Fährüberfahrt gesehen. Die Strecke ist zwar 140km länger mit dem Auto – allerdings wurde mir die gesamte Fahrtzeit mit Fähre von Puttgarden nach Rødby nur 20 Minuten kürzer angezeigt.

Dazu kommt, dass die Fähren vor allem während der Sommermonate sehr teuer sind. Ich wollte mich nicht auf eine Uhrzeit festlegen und hätte zu einem Flex-Tarif greifen müssen. Das hätte bedeutet, dass ich allein nur für die Fähre 264 Euro bezahlt hätte. Plus die Mautgebühr an der Öresund Brücke. Wenn ich das gegen 140km mehr fahren gerechnet habe, war die Rechnung ganz schnell klar 🙂 Mal zum Vergleich: Im November zahlst Du 210 Euro im Flextarif (also an Anreisetag und Abreisetag die Fähre frei wählen). Wenn Du Dich auf Fähren festlegst, liegst Du bei 156 Euro. Zudem gibt es noch einen Early Booker Tarif. Die Preise basieren auf einer Anreise mit einem PKW.

Welche Einreisebestimmungen gibt es für Hunde in Schweden?

Bis 2012 war es so, dass Du neben einer gültigen Tollwutimpfung auch eine Echinokokken-Entwurmung nachweisen musstest. Auch die Impfungen für Leptospirose und Staube sind keine Pflicht mehr (aber dennoch sinnvoll). Aber ich will Dir gar nicht erzählen, was Du bei einem Urlaub mit Hund in Schweden nicht machen musst. Viel wichtiger ist ja, was Du machen musst und welche Unterlagen Du bei Dir führen solltest.

Es gibt nur wenige, dafür aber sehr wichtige Punkte, die Du beachten musst.

  • Dein Hund muss eindeutig zu identifizieren sein. In den meisten Fällen passiert das inzwischen über einen Mikrochip. Bei älteren Hunden gibt es auch noch Tätowierungen. Dann muss die Tätowierung aber vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen worden sein
  • Er muss eine gültige Tollwutimpfung haben
  • Es muss ein gültiger EU-Heimtierausweis vorliegen (Blauer Pass)
  • Du musst Deinen Hund beim Zoll anmelden

Ich möchte auf die Punkte gerne etwas genauer eingehen, denn gerade der letzte Punkt mit dem Zoll stellt doch eine Besonderheit beim Urlaub mit Hund in Schweden dar.

Eindeutige Identifizierung ist denke ich klar: Dein Hund muss einen Mikrochip tragen oder eine Tätowierung ausweisen. Die Nummer des Chips ist im EU-Heimtierausweis vermerkt. Sie kann auch mit einem Transponder ausgelesen werden. In Deutschland ist dies Pflicht. Zudem muss Dein Hund eine gültige Tollwutimpfung haben. Das bedeutet, dass ein Junghund erst frühestens mit 15 Wochen einreisen darf. Denn Tollwut wird erst ab der 12. Lebenswoche geimpft und bis zur vollen Grundimmunisierung werden 21 Tage gerechnet. Die Tollwutimpfung muss lückenlos im Heimtierausweis nachzuvollziehen sein. Also solltest Du mindestens drei Wochen vor Antritt der Reise alles überprüfen. Es wäre zu ärgerlich, wenn dann kein ausreichender Impfschutz besteht und Dir die Einreise verweigert wird.

Deinen Hund in Schweden beim Zoll anmelden

Legal kann Dein Hund nur einreisen, wenn Du ihn beim Zoll angemeldet hast. Du musst gar keinen Stress kriegen, denn das ist wirklich nicht schwer und dauert nicht mal fünf Minuten. Denn die Anmeldung kannst Du online vornehmen. Auch bereits einige Tage bevor Du einreist.

Urlaub mit Hund in Schweden: Zollanmeldung
Wenn Du mit Deinem Hund nach Schweden reist, musst Du ihn unbedingt beim Zoll anmelden. Dieses ist ganz einfach online zu erledigen.

Bei der Anmeldung musst Du nur Mikrochipnummer und Nummer des EU-Heimtierpasses eingeben sowie Dein Einreisedaten. Die Online-Zollanmeldung findest Du hier.

Übrigens: Wenn Du mit mehreren Hunden nach Schweden einreisen möchtest: Ab sechs Hunden musst Du Dokumente und Nachweise mit Dir führen, dass Du zu einem Wettbewerb oder einer Ausstellung fährst.

Ich habe eine Hunderasse, die in Dänemark verboten ist. Wie komme ich nach Schweden?

Entscheidest Du Dich, über Dänemark anzureisen, weißt Du vielleicht aus meine Beitrag Urlaub mit Hund im Ausland, dass in Dänemark einige Hunderassen nicht erwünscht bzw. verboten sind. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wie Du dann über den Landweg nach Schweden kommen sollst? Wenn Du nur durch Schweden reist, darf Dein Hund Dich begleiten. Allerdings darf er keinen dänischen Boden betreten. Pausen innerhalb Dänemarks sind also tabu. Die Fahrt dauert zirka drei Stunden, so lange muss Dein Hund durchhalten können.

Schweden hat keine Einreiseverbote für diese Hunderassen.

Urlaub mit Hund in Schweden – worauf sollte ich in Schweden achten?

Wenn Du in der Zeit vom 1. März bis 20. August anreist, musst Du Deinen Hund auf Feldwegen und in Wäldern anleinen. Dies ist vergleichbar mit der Brut- und Setzzeit in vielen Bundesländern in Deutschland. Natürlich sollen auch in Schweden Wildtiere und ihr Nachwuchs geschützt werden. Auch auf Campingplätzen und in Städten besteht generelle Leinenpflicht.

Maulkorb muss Dein Hund im Schwedenurlaub nicht tragen. Natürlich solltest Du aber vernünftig sein! Wenn Dein Hund aus verschiedenen Gründen in Deutschland einen Maulkorb trägt, solltest Du auch im Urlaub dabei bleiben. Better safe than sorry!

Wenn Du mit Deinem Hund baden gehen möchtest, dann schau bitte bei den gängigen Badeplätzen, ob dort Hunde erlaubt sind. Sofern ein Verbot gilt, halte Dich bitte auch daran.

Hund auf einem SUP
An den meisten Seen durften die Hunde mit. Allerdings solltest Du in jedem Fall auf die Beschilderung achten. Gerade an den Sandstränden kann es immer mal sein, dass Dein Hund nicht mit darf.

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte: Natürlich musst Du den Hundekot aufheben und wegräumen. Packe also in Dein Reisegepäck ausreichend Kotbeutel.

Fazit: Urlaub mit Hund in Schweden

In diesem Beitrag habe ich Dir viele Informationen zu meiner Vorbereitung zusammen gefasst. Ich werde noch einen zweiten Beitrag schreiben, in dem ich Dir von unseren Unternehmungen berichte und die ein oder andere Inspiration gebe.

Mir hat der Urlaub in Schweden mit Hund richtig gut gefallen, so viel möchte ich an dieser Stelle schon mal sagen. Einzig und allein die Anreise und Abreise ist anstrengend – vor allem, wenn Du durchgehend alleine am Steuer sitzt. Aber das ist es wert.

In meinem Beitrag Urlaub mit Hund im Ausland berichte ich Dir, woran Du alles denken solltest, wenn Du mit Deinem Hund in den Urlaub fährst. An dieser Stelle noch eine Ergänzung: Packe in jedem Fall ein Mückenspray ein! Gerade in Schweden können die „Biester“ sehr lästig werden. Ich nutze gerne Mückenspray für Pferde. Das klingt vielleicht etwas komisch, aber meistens stinkt es nicht so und ist wirksamer als alles andere (und ist zudem noch günstiger!).

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  • Das Spray aus ca. 30 cm Entfernung auf das Pferd sprühen & verteilen / Den Kopf des Tieres nicht direkt ansprühen, sondern das Mittel mit einem Schwamm einmassieren & Nüstern sowie Augen aussparen
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Wenn Du mehr über das Thema Urlaub mit Hund in Schweden erfahren möchtest, schaue gerne auch mal bei Carlys Blog totalbeshepherd.de vorbei. Sie hat mit ihrer Hündin Malu zwei Semester in Schweden studiert und hat vor kurzem erst einen Tripp nach Schweden mit dem Dachzelt unternommen. Wir haben uns in unserem Urlaub auch einige Tage getroffen und hatten eine tolle gemeinsame Zeit.

Du möchtest mehr darüber erfahren, was wir in Schweden unternommen haben? Dann lies gerne auch unseren Beitrag Urlaub mit Hund in Südschweden – unsere Ausflugsziele.

 

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2 Kommentare bei „Urlaub mit Hund in Schweden – Teil 1: Buchung und Planung“

  1. […] ein bald oder irgendwann gibt. Manche Dinge musst Du in Angriff nehmen. So buchte ich meinen ersten Urlaub allein mit Mira in Schweden. Und da unser gebuchtes Ferienhaus direkt an einem ruhigen See liegt, machte ich Nägel mit Köpfen […]

  2. […] Weitere Tipps zu der grundsätzlichen Planung findest Du in meinem ersten Teil: Urlaub mit Hund in Schweden – die Planung und Vorbereitung. […]

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