Kastration

Mira ist seit Mai 2018 kastriert. Wie es dazu kam und was sich dadurch verändert hat, möchte ich Euch in meinem heutigen Blog erzählen.

Die Kastration:

Am 1. Mai (natürlich an einem Feiertag, denn meine Tiere werden generell nur an Feiertagen oder Wochenenden krank, ist doch klar!) bemerkte ich einen Ausfluss aus Miras Scheide. Sie war sehr matt und apathisch. Also fuhr ich gleich am darauf folgenden Tag mit ihr zu unserem Tierarzt. Nach einer Voruntersuchung stand der Verdacht der Gebärmuttervereiterung im Raum (Fachbegriff: Pyometra). Daher entschlossen wir uns umgehend zu einem Ultra-Schall, der den Verdacht eindeutig bestätigte.

Aus einer gewissen Vorahnung heraus, habe ich Mira an dem Tag nüchtern gelassen. So konnte sie direkt operiert werden. Für meinen Tierarzt ist so ein Eingriff Routine, ich saß natürlich bangend im Wartezimmer. Aber die OP verlief gut und so nahm ich meinen langsam aus der Narkose aufwachenden Hund an und fuhr mit ihr nach Hause.

Am ersten Tag ist erstmal absolute Ruhe angesagt. Sie war durch die Narkose sehr schreckhaft, deswegen ging es nur zwei Mal kurz in den Garten. Auf keinen Fall sollte man den Fehler machen und sich am gleichen Tag noch mit dem Hund in den Straßenverkehr zu begeben, auch wenn er augenscheinlich schon wieder bei Sinnen ist. Viele Hunde fangen nach einer Narkose auch an zu „säuseln“, jammern oder halluzinieren. Zum Glück konnte ich das bei Mira nicht fest stellen. Sie wollte einfach nur schlafen, schlafen, schlafen. Am OP-Tag erhielt sie auch nichts zu fressen. Am Tag nach der OP begann dann ganz langsam schon wieder der Alltag. Kurze Spaziergänge, nur an der Leine, Toben und starke Belastung oder schnelle Bewegungen vermeiden – mindestens zehn Tage. Das klappte auch sehr gut (auch wenn es auch zwei Zwischenfälle gab, bei denen unangeleinte Hunde auf uns zu vorgeprescht sind. Ich konnte diese Abblocken. Das typische „der tut nix“ kam natürlich, aber die Begründung, dass meine Hündin frisch operiert sei, ließ die Besitzer dann doch vernünftig werden).

Die Nachuntersuchung war komplett positiv und nach zehn Tagen war außer einer Narbe und dem rasierten Bauch schon kaum noch was zu sein.

Die „Spätfolgen“:

  • Da ich sehr eindringlich vor Gewichtszunahme nach Kastrationen gewarnt wurde, habe ich die Futterration direkt um 25% reduziert. Leider nicht genug, wie sich sehr schnell raus stellte. Mira hat innerhalb eines Monats nach Kastration über ein Kilo zugenommen, was bei einem Hund ihrer Größe (knapp 48 Zentimeter) schon sehr viel ist. Ich habe die Futtermenge weiter reduziert, aber sie nimmt nur sehr sehr langsam ab. Ich denke manchmal, sie muss das Futter nur ansehen und nimmt wieder zu. Als kleine Anmerkung dazu muss ich vielleicht erzählen, dass Mira vor der Kastration sehr futtermäkelig war und mich damit in den Wahnsinn getrieben hat. Nun ist sie zwar immer noch sehr futtermäkelig, aber sieht das ganze nicht mehr ganz so eng.
  • Mira hat unglaublich an Fell seit der Kastration gewonnen, sogenanntes Kastratenfell. Es ist weicher und plüschiger und verknotet sehr schnell. Während ich sie sonst nur im Fellwechsel unterstützt habe, muss ich nun fast täglich zur Bürste greifen, damit sie keine Dreadlocks bekommt. Auch hier eine kleine Anmerkung, dass Mira vor der Kastration für einen Aussie eher sehr spärlich im Fell war. Vor allem am Bauch und an der Brust merkt man nun das Kastratenfell sehr deutlich.

 

Auf diesem Foto sehr Ihr Mira im Winterfell 2017/2018 vor der Kastration.
Und auf diesem Foto ist Mira nach der Kastration in ihrem Sommerfell zu sehen.

Ansonsten muss ich sagen, dass sich Mira durch die Kastration vom Wesen her nicht großartig verändert hat. Vielleicht ist sie etwas schreckhafter geworden, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Man merkt aber deutlich, dass im Nachhinein betrachtet auch für ihr Gleichgewicht die Kastration gut war. Sie ist seitdem wesentlich ausgeglichener und wieder verspielter geworden, was deutlich klar macht, dass ihr die Hormone doch mehr zu schaffen gemacht haben als mir bewusst war.

Fazit für mich ist, dass für Mira die Kastration die richtige Entscheidung war, natürlich nicht zu letzt, weil sie sein musste aufgrund der Entzündung.

Ob ich zukünftige Hunde auf jeden Fall kastrieren lassen würde? Ganz klares NEIN. Ich denke, dass muss man vom Hund abhängig machen, denn so ein Eingriff ist immer auch mit Risiken verbunden und ob und wie sich der Hund dadurch verändert, weiß man eben immer erst hinterher.

Erzählt mir doch gerne in den Kommentaren Eure Erfahrungen mit Kastrationen oder Eure Meinung dazu.

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3 Kommentare bei „Kastration“

  1. Kastration – Sleepherds sagt: Antworten

    […] Kastration […]

  2. […] der Kastration hatte Mira deutlich zugenommen. Trotz der Futterverweigerung nahm sie jedoch leider nicht ab. Durch […]

  3. […] gerne meine Erfahrungen weiter, denn auch Mira hatte mit Übergewicht – vor allem nach ihrer Kastration – zu […]

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